Zahnaerztliche Mitteilungen Nr. 13-14

42 | PRAXIS STUDIE „BERUFSBILD ANGEHENDER UND JUNGER ZAHNÄRZTINNEN UND ZAHNÄRZTE“ – TEIL 3 Strukturen neu gegründeter Praxen Nele Wicking Der Schritt in die eigene Praxis eröffnet Zahnärztinnen und Zahnärzten vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten und die Gelegenheit, die eigene Vision und das eigene Verständnis einer modernen, patientenorientierten Zahnmedizin umzusetzen. Wie also gestalten junge Niedergelassene ihre Praxis organisatorisch, personell und räumlich? Die Erkenntnisse basieren auf Daten der Studie „Berufsbild angehender und junger Zahnärztinnen und Zahnärzte“ des Instituts der Deutschen Zahnärzte (IDZ). Im Fokus dieses Artikels stehen 622 Zahnärztinnen und Zahnärzte, die sich 2021 oder 2022 niedergelassen haben. 69 Prozent der Befragten lassen sich in einer Einzelpraxis nieder. Für sie ist der Wunsch nach Autonomie zentral, sie wollen beruflich eigene Entscheidungen treffen, Verantwortung übernehmen und die Praxisphilosophie frei gestalten. Typische Aussagen aus der Befragung wie „Ich möchte mich nicht nach anderen richten“ oder „Ich wollte meine eigene Chefin sein“ spiegeln dieses Motiv deutlich wider. Obwohl angestellte Zahnärztinnen und Zahnärzte zunächst oft gemeinschaftliche Praxisformen bei einer späteren Niederlassung favorisieren, wählen die meisten später bei der tatsächlichen Niederlassung eine Einzelpraxis – und berichten von einer hohen Zufriedenheit mit ihrer Wahl. Rund 30 Prozent entscheiden sich dagegen für eine Berufsausübungsgemeinschaft oder ein anderes kooperatives Modell. Ausschlaggebend sind hier insbesondere der kollegiale Austausch, eine geteilte Verantwortung sowie die Aussicht auf eine verlässlichere Planung von Arbeitszeiten und Familienleben. Für viele ist die Kooperation gerade dann eine attraktive Perspektive, wenn geeignete Partnerinnen oder Partner im beruflichen Umfeld bereits gefunden sind oder wenn eine bestehende Struktur übernommen wird. Neben rationalen Abwägungen spielen zudem subjektive Faktoren wie die „Passung zur eigenen Persönlichkeit“ oder frühere berufliche Erfahrungen eine zentrale Rolle. Auch die Einzelpraxis ist heute ein teamorientiertes Modell Neue Praxen starten heute häufig mit übersichtlich strukturierten Teams. Die befragten Einzelpraxen beschäftigen durchschnittlich acht Mitarbeitende, darunter im Mittel 0,6 angestellte Zahnärztinnen oder Zahnärzte und sieben Personen als (zahnärztliches) Hilfspersonal. In Gemeinschaftspraxen sind es 13 Mitarbeitende, davon 1,7 angestellte Zahnärztinnen oder Zahnärzte und 10,7 Personen als (zahnärztliches) Hilfspersonal. Auch die räumliche Ausstattung ist überschaubar: Einzelpraxen sind mit rund 3,4 Behandlungseinheiten ausgestattet, Gemeinschaftspraxen mit 4,7 Einheiten. Somit wird die klassische Einzelpraxis heute eher als teamorientiertes Modell mit mehr als einer Behandlerin oder einem Behandler geführt. Viele kooperative Praxen starten währenddessen bewusst mit überschaubaren, gut planbaren Strukturen. Die Gestaltungsmöglichkeiten eröffnen einen breiten Spielraum, sodass die Größe und die Struktur sich an die eigenen Vorstellungen anpassen lassen. 71 Prozent der befragten Zahnärztinnen und Zahnärzte haben eine bestehende Praxis übernommen, 18 Prozent neu gegründet und 11 Prozent sind in Wie will ich arbeiten – autonom oder kooperativ? Foto: gpointstudio-stock.adobe.com zm116 Nr. 13-14, 16.07.2026, (1092) ZM-LESERSERVICE Die Literaturliste kann auf www.zm-online.de abgerufen oder in der Redaktion angefordert werden.

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