Zahnaerztliche Mitteilungen Nr. 13-14

48 | ZAHNMEDIZIN geschlossenen Systemen verarbeitet werden können. Dies kann die Interoperabilität zwischen verschiedenen Softwarelösungen einschränken. Zusätzlich ist zu berücksichtigen, dass selbst bei identischen Formatbezeichnungen – insbesondere bei PLY und OBJ – unterschiedliche Versionen existieren, die nicht zwangsläufig kompatibel sind, was im praktischen Workflow zu Problemen führen kann. Die digitale Registrierung, das Matching und die Überlagerung mehrerer intraoraler Scans eröffnen darüber hinaus neue Möglichkeiten für die Analyse und Planung von Behandlungen. Im Vergleich zu konventionellen Verfahren steht der dreidimensionale Datensatz unmittelbar nach der Erfassung zur Verfügung und kann direkt zur umfassenden Bewertung der klinischen Situation genutzt werden. Dies stellt eine grundlegende Erweiterung des Workflows dar und ermöglicht eine deutlich schnellere Entscheidungsfindung. Mehr Planungssicherheit durch Vergleich der Therapieoptionen Auf Basis dieser digitalen Modelle lassen sich geplante Therapien bereits im Vorfeld simulieren. Insbesondere lässt sich das prothetische Platzangebot für unterschiedliche restaurative Versorgungsoptionen präzise analysieren und mit dem angestrebten Behandlungsergebnis abgleichen. Dadurch wird nicht nur die Planungssicherheit erhöht, sondern auch die Möglichkeit geschaffen, verschiedene Therapieoptionen systematisch zu vergleichen und sie individuell auf die jeweilige Patientensituation abzustimmen. Die Voraussetzung für die Nutzung von Intraoralscans zur Implantatplanung ist, dass alle notwendigen Schritte des Computer-Aided Design und des Computer-Aided Manufacturing auf deren Basis durchgeführt werden können. Diese Anforderungen werden häufig damit umschrieben, dass hier Situations- beziehungsweise Planungsmodelle angefertigt werden. Zu beachten ist allerdings, dass auch Bohrschablonen auf diesen Modellen gefertigt werden. An Intraoralscans für die Implantatplanung werden jedoch andere Anforderungen gestellt als an Intraoralscans für die restaurative Versorgung von Zähnen beziehungsweise Implantaten. Die zahlreiche Literatur zur Genauigkeit von Intraoralscans im Vergleich zu konventionellen Abformungen (zumeist mit Alginat) zeigt eine Gleichwertigkeit beider Verfahren. In einer systematischen Übersichtsarbeit und Metaanalyse stellten Kong et al. fest, dass es weder signifikante noch klinisch bedeutsame Unterschiede zwischen der konventionellen Abformung und dem Intraoralscan gab. Die Abweichungen zwischen beiden Verfahren zm116 Nr. 13-14, 16.07.2026, (1098) Abb. 1: Beispiel der digitalen Implantatplanung auf der Basis der DVT und des Intraoralscans mit einem digital aufgestellten Zahn in Region 36 und einer auf die prothetische Planung sowie die knöcherne anatomische Situation abgestimmten Implantatposition Foto: Charité, Berlin ZM-LESERSERVICE Die Literaturliste kann auf www.zm-online.de abgerufen oder in der Redaktion angefordert werden.

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