ZAHNMEDIZIN | 53 zm116 Nr. 13-14, 16.07.2026, (1103) renzmarkerstrukturen in Relation zur Patientensituation beziehungsweise dem 3D-Intraoralscan abgeglichen werden. Vorteile gegenüber der freihändigen Implantatinsertion Die geführte Implantatinsertion bietet gegenüber der konventionellen Freihandtechnik wesentliche Vorteile hinsichtlich Präzision, Sicherheit und Vorhersagbarkeit. Durch die Übertragung der virtuellen Planung in die klinische Situation mithilfe von Bohrschablonen oder der dynamischen Navigation wird die dreidimensionale Position des Implantats kontrolliert. Dies reduziert potenzielle Komplikationen im Hinblick auf die Verletzung vitaler anatomischer Strukturen. Gleichzeitig ermöglicht die geführte Chirurgie die Umsetzung des prothetisch orientierten Planungskonzepts, wodurch das funktionelle und das ästhetische Ergebnis verbessert werden können. Die Operationszeit kann durch den Einsatz der geführten Technik gegebenenfalls verkürzt und ein minimalinvasiver Zugang gewählt werden. Insgesamt kann die geführte Implantatinsertion damit zu einer höheren Behandlungssicherheit sowie zu einer verbesserten Vorhersagbarkeit der klinischen Ergebnisse führen [Pimkhaokham et al., 2022]. Neben der statisch geführten Implantatinsertion mit Bohrschablonen gewinnen dynamische Navigationssysteme und robotische Assistenzsysteme zunehmend an Bedeutung. Bei der dynamischen Navigation wird die geplante Implantatposition aus der virtuellen Planung in Echtzeit auf die klinische Situation übertragen. Hierbei erfasst ein Tracking-System kontinuierlich die Position von Patient und Bohrer und gleicht sie mit der Planung ab, so dass die Implantatinsertion unter visueller Kontrolle auf dem Bildschirm durchgeführt werden kann. Robotische Systeme gehen einen Schritt weiter, indem sie die Bohrbewegung entweder führen oder teilautomatisiert ausführen. Voraussetzung für beide Ansätze ist das genaue Matching von Intraoralscans und DVT. Die Intraoralscans spielen eine zentrale Rolle, da sie auch hier die Referenz für die Übertragung der Planung in die klinische Realität bilden. Wie verbreitet sind IOS in der Praxis? Wie weit verbreitet ist die Nutzung von Intraoralscannern und digitalem Workflow? Eine Umfrage unter 1.323 Zahnärzten in Deutschland und der Schweiz in den Jahren 2022 bis 2024 hat ergeben, dass 617 (47 Prozent) der Zahnärzte Intraoralscans nutzen. Davon haben wiederum 232 berichtet, dass der verfügbare Intraoralscanner für die virtuelle Implantatplanung genutzt wird [Kernen et al., Manuskript in Bearbeitung]. In einer anderen Umfrage gaben von 667 chirurgisch tätigen Zahnärzten 22 Prozent (146) an, den kompletten digitalen Workflow zu nutzen, sprich: DVT, Intraoralscan und Software zur virtuellen Implantatplanung (CAD) [Kernen et al., 2025]. n Abb. 8: Die virtuelle Implantatplanung wurde mit einer zahngetragenen Bohrschablone in den chirurgischen Situs überführt. Die Implantatbettaufbereitung erfolgte vollständig geführt durch die Bohrschablone. Das Implantat wurde ebenfalls geführt inseriert. Abb. 9: Die definitive prothetische Versorgung erfolgte vier Monate nach der Implantatinsertion (Dr. Janik Rösner). Das Bild zeigt die stabile klinische Situation 2,5 Jahre nach der Versorgung. Fotos: Uniklinik Freiburg
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