Zahnaerztliche Mitteilungen Nr. 13-14

ZAHNMEDIZIN | 55 allerdings überzeugte mich das Geschäftsmodell rund um die Hardware nicht: Die Bindung an einen Anbieter, gekoppelt an hohe Kosten und begrenzte klinische Einsatzmöglichkeiten, fand ich wenig attraktiv. Auch als neue Geräte auf den Markt kamen und die Scanner technisch besser wurden, konnte ich für meine Patientinnen und Patienten und meine Praxis zunächst keinen klaren Nutzen erkennen. Erste Annäherungen auf der IDS 2022 Lange hatte ich mich gegen eine Digitalisierung in Form von intraoralen Scannern in meiner Praxis gesperrt, da ich mich nicht mit Geräten beschäftigen wollte, die mir lediglich Zeit rauben und meinen Ansprüchen und Anforderungen nicht gerecht werden. Erst in den vergangenen Jahren – der Hype um Scanner und Schleifeinheiten hatte Fahrt aufgenommen und viele Kolleginnen und Kollegen warben inzwischen sogar aktiv mit digitaler Abformung – habe ich mich erneut damit beschäftigt. Beeinflusst von meinen CEREC-Erfahrungen kam mir die Idee, mir den ganzen Workflow vom Scanner bis zur Schleifmaschine in die Praxis zu holen. Die ersten konkreten Annäherungen an die Digitalisierung im Bereich von Intraoralscannern sowie Fräs- und Schleifeinheiten ergaben sich für mich auf der IDS 2022. Ich versuchte in Köln, mich bei den vielen Firmen über Scanner und Schleifeinheiten zu informieren. Schlussendlich bin ich seinerzeit bei der MB-Maschinen GmbH (Biebergemünd, Deutschland) gelandet, die für Orangedental (Biberach, Deutschland) Schleifeinheiten produziert. Bevor ich mich jedoch für ein Produkt entscheiden wollte, war es mir wichtig, weitere Informationen einzuholen, um eine durchdachte Entscheidung treffen zukönnen. Diese erste Zeit bedeutete für mich als Neuling im digitalen Workflow aufgrund der zahlreichen Möglichkeiten zunächst eine gewisse Überforderung. Ich bin durchaus technikaffin und mit großem Elan in das Thema eingestiegen, dennoch hatte ich zunächst Orientierungsschwierigkeiten in zm116 Nr. 13-14, 16.07.2026, (1105) ECKZAHNKRONE AUF EINEM PRÄMOLAREN In diesem Fall sind die Zähne 13 und 14 nicht angelegt. Zahn 15 steht in regio 13 und ist in seiner Position um circa 45° gedreht. Die zu versorgende Lücke 13 ist im Vergleich zu 23 verbreitert. Abb. 1: Scan des Zahnmodells mit dem Intraoralscanner Abb. 2: Konstruktion des Zahnes 13 auf dem Pfeiler 15 in Exocad Abb. 3: Krone 13 vier Wochen nach Eingliederung: Es zeigt sich eine gute ästhetische Anpassung. Die Herausforderung der Randleistengestaltung lag darin, die Krone möglichst schmal wirken zu lassen. Weiterhin war die Farbgebung eine Besonderheit, da die benachbarten Kronen etwa zehn Jahre zuvor mit einer Glaskeramik angefertigt wurden, die nun etwas gräulich wirkt und mit kleinen weißen Punkten überzogen ist. Fotos: Boris Jablonski

RkJQdWJsaXNoZXIy MjMxMzg=