GESELLSCHAFT | 65 men, sind wir damit oft sogar schneller inderdefinitiven Versorgung. Wie wichtig ist der Mundschutz im Eishockey? Mit einem Wort: superwichtig! Ich würde mir wünschen, dass ihn alle tragen. Mit Mundschutz lassen sich Verletzungen deutlich besser managen. Auch nach einem Impact ist der Spieler oft schneller wieder einsatzbereit. Ein guter Mundschutz fängt sehr viel ab. Ich habe selbst beim Eishockey schon Situationen erlebt, in denen mir der Mundschutz wahrscheinlich die Zähne gerettet hat. Wir arbeiten mit einem Labor zusammen, das einen mehrschichtigen Mundschutz herstellt. Wichtig ist dabei, möglichst präzise zu scannen und genug Gewebe mit zu erfassen, damit die Kraft nicht nur auf einzelne Nachbarzähne wirkt, sondern sich möglichst auf den gesamten Kiefer verteilt. Natürlich kann trotzdem die Lippe verletzt werden oder es kann zu Kontusionen kommen. Aber der Mundschutz kann verhindern, dass mehrere Zähne abbrechen oder avulsieren. Warum tragen nicht alle Spieler einen Mundschutz? Ich sehe im Wesentlichen drei Gründe: Kosten, mangelndes Bewusstsein und Vorbehalte beim Tragekomfort. Am Ende ist es wie bei anderen Patientinnen und Patienten auch: Aufklärung hilft. Man muss den Mehrwert erklären. Wenn Spieler merken, dass andere gute Erfahrungen machen, steigt die Bereitschaft. Die Akzeptanz steigt insgesamt, aber sie ist noch nicht bei allen Spielern da, vor allem nicht bei älteren. In der vergangenen Saison haben wir bei den Saale Bulls für mehrere Spieler einen Mundschutz angefertigt. Einige hatten vorher noch gar keinen, andere einen, der nicht mehr richtig passte. Es gibt aber weiterhin Spieler, die keinen tragen. Die Mundgesundheit bekommt im Profisport zunehmend mehr Aufmerksamkeit. Überrascht Sie das? Nein, aber ichfinde es sehr gut. Schon während meines Studiums war der Zusammenhang zwischen Mundgesundheit und Allgemeingesundheit Thema, etwa im Hinblick auf Herzgesundzm116 Nr. 15-16, 16.08.2026, (1211) MUNDGESUNDHEIT IM PROFISPORT: EISHOCKEY VERSUS FUSSBALL Forschende der Universität Halle haben die Mundgesundheit von 50 Spielern aus zwei deutschen Drittligateams untersucht: 29 Fußballer und 21 Eishockeyspieler. Neben zahnmedizinischen Befunden wie DMFT, PSI, API und PBI wurden auch Griffkraft sowie Parameter der Haltungsstabilität und -regulation erfasst. Dabei zeigten sich Unterschiede zwischen den Sportarten: Die Fußballer schnitten bei Mundhygiene-, Blutungs- und Parodontalwerten insgesamt besser ab. Die Eishockeyspieler berichteten dagegen häufiger über Beschwerden im Kiefergelenk, ihre hohen DMFTWerte (Median: 5,5 vs. 3,5) deuten auf eine erhebliche Kariesbelastung hin, sie erreichten aber bessere Werte bei Balance und Gewichtsverteilung. Der größte Unterschied zwischen den Sportarten zeigte sich bei der Inanspruchnahme regelmäßiger Kontrolluntersuchungen. Insgesamt nutzten 96 Prozent der Fußballspieler diese Möglichkeit (Eishockey: 40 Prozent). Darüber hinaus zeigten Fußballspieler (64 Prozent) eine höhere Bereitschaft zu zusätzlichen Mundhygienemaßnahmen wie Zahnseide als Eishockeyspieler (35 Prozent). Einen direkten Zusammenhang zwischen schlechterer Mundgesundheit und messbar geringerer körperlicher Leistungsfähigkeit konnten die Autorinnen und Autoren nicht nachweisen. Die Studie belegt dennoch, dass zahnmedizinische Prävention auch im Profisport relevant bleibt. Studie: Schwesig R, Born P, Kurz E, et al. Oral Health Conditions and Physical Performance in Two Different Professional Team Sports in Germany: A Cross-Sectional Study. Sports. 2025; 13(7):206. www.cirsdent-jzz.de • Berichtsdatenbank • anonym berichten • Feedback-Funktion CIRSdent – Jeder Zahn zählt! Das Online Berichtsund Lernsystem von Zahnärzten für Zahnärzte. Ein wichtiger Baustein für Ihr Praxis-QM mit über 200 Erfahrungsberichten. Jetzt mitmachen!
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