Zahnaerztliche Mitteilungen Nr. 17

TITEL | 33 zm116 Nr. 17, 01.09.2026, (1275) Abb. 2a und 2b: Ausgangssituation mit bleibendem Gebiss der damals 14-jährigen Patientin: 35 und 45 mit außergewöhnlicher Kronenbreite und atypischer Anatomie der Okklusionsfläche. c und d: klinische Situation kurz vor Ende der KFO-Behandlung Foto: Poliklinik für Kieferorthopädie, Universitätsmedizin Greifswald dodontisch behandelte Molaren. Als klassische Therapieoptionen kommen in solchen Situationen infrage: „ der prothetische Ersatz mit Brücken „ ein kieferorthopädischer Lückenschluss „ eine Implantation nach Wachstumsabschluss „ die Autotransplantation Adhäsivbrücken Die prothetische Versorgung mit einer Brücke, insbesondere mit einer Adhäsivbrücke, gilt seit vielen Jahren als etablierte, ästhetische und minimalinvasive Methode zum Ersatz fehlender Frontzähne; seltener wird sie zum Ersatz von Prämolaren oder Molaren eingesetzt. Adhäsivbrücken können sich jedoch bei Überbelastung lösen und erfordern daher eine regelmäßige Nachsorge. Zudem bleibt im Bereich der Zahnlücke der funktionelle Reiz für den Knochenerhalt aus, was eine spätere implantologische Versorgung erschweren oder verzögern kann. Und bei konventionellen Molarenbrücken müssen häufig gesunde Pfeilerzähne deutlich präpariert werden; dadurch kann die restaurative Behandlungsspirale früh in Gang gesetzt oder weiter vorangetrieben werden. Ein langfristiger herausnehmbarer Zahnersatz ist für Jugendliche meist keine zufriedenstellende Option und kann die mundgesundheitsbezogene Lebensqualität junger Patientinnen und Patienten beeinträchtigen [Giannetti et al., 2007]. Kieferorthopädischer Lückenschluss Beim kieferorthopädischen Lückenschluss wird die Lücke nach Zahnverlust durch die Bewegung der vorhandenen Zähne geschlossen. Dieses Vorgehen bietet sich insbesondere bei Engständen an, bei denen im Rahmen der kieferorthopädischen Therapie ohnehin Extraktionen, etwa von Prämolaren, erforderlich gewesen wären. Allerdings ist ein kieferorthopädischer Lückenschluss mit erheblichen biomechanischen Herausforderungen verbunden. Ein wesentliches Problem stellt der Verankerungsverlust dar, insbesondere wenn keine Anwendung von skelettal verankerten Apparaturen erfolgt. Dadurch sind Kompromisse wie eine Mittellinienverschiebung oder kippende Bewegungen der Nachbarzähne möglich oder in einigen Situationen sogar unvermeidbar. Zudem dauert die Behandlung in der Regel länger, weil eine rein körperliche Zahnbewegung schwierig durchzuführen ist [Ribeiro and Jacob, 2016]. Damit steigt die Bedeutung der Patientencompliance und einer konsequenten Mundhygiene, da das langfristige Tragen festsitzender Apparaturen das Risiko von Schmelzdemineralisationen erhöht – vor allem bei insuffizienter Mundhygiene. Generell setzt dieses Vorgehen eine sorgfältige Therapieplanung voraus. Vor Beginn der kieferorthopädischen Behandlung muss geklärt werden, ob zur Einstellung einer langfristig stabilen Okklusion gegebenenfalls ein a c d b

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