ZAHNMEDIZIN | 63 STUDIE DER CHARITÉ BERLIN Konventionelle und digitale Totalprothesen im Vergleich Eine Arbeitsgruppe der Klinik für Prothetik, Alterszahnheilkunde und Craniomandibuläre Erkrankungen an der Charité Berlin hat die klinische Leistung und die Patientenzufriedenheit von digital hergestellten Prothesen mit denen aus konventioneller Herstellung untersucht. Dazu trugen 15 zahnlose Patienten drei Monate lang jeweils eine digital und eine analog hergestellte Prothese. Die Patienten wussten nicht, welche Prothese wie hergestellt wurde. Die Daten wurden zu Studienbeginn, nach drei Monaten mit der ersten Prothese und nach drei Monaten mit der zweiten Prothese erhoben. Es zeigte sich, dass digital gefertigte Totalprothesen vergleichbare klinische Ergebnisse wie konventionell hergestellte Pendants erzielten. Bei der subjektiv empfundenen Lebensqualität lag die digitale Prothese leicht vorn. Wegen der geringen Stichprobengröße sollten die Ergebnisse jedoch vorsichtig interpretiert werden, stellen die Studienautoren fest und empfehlen umfangreicher angelegte RCT-Studien zur Festigung der Evidenz. Rechlin J, Beuer F, Nicic R, Noetzel R, Hannak W, Prause E. Clinical Performance and Patients' Satisfaction of Digitally Versus Conventionally Fabricated Dentures: A Randomized Controlled Pilot Study. Dent J (Basel). 2026 Apr 9;14(4):221. doi: 10.3390/dj14040221. PMID: 42041675; PMCID: PMC13115293. STUDIE MIT DATEN ZUM ZWEITEN WELTKRIEG Fördert eine Hungersnot im Kindesalter Zahnverlust? Es gilt als allgemein anerkannt, dass Umwelteinflüsse wie Mangelernährung in sensiblen Phasen der kindlichen Entwicklung die Anfälligkeit für Erkrankungen im späteren Leben erhöhen können. Für pränatale Entwicklungsphasen ist das gut belegt, weniger ist dagegen über die Einflüsse aus postnatalen Phasen bekannt. Auch die Folgen von Mangelernährung in der Kindheit für die Mundgesundheit sind bislang nur unzureichend erforscht. Eine internationale Forschergruppe hat jetzt Daten aus zehn bevölkerungsbasierten Studien in acht Ländern in Asien, Europa und Amerika daraufhin untersucht, ob eine Hungersnot in der Kindheit Auswirkungen auf den Zahnverlust im späteren Leben hat. Betrachtet wurde dabei auch die Hungersnot in Deutschland von 1945 bis 1948. Ergebnis: STUDIEN KOMPAKT Es zeigte sich kein nachweisbarer Effekt einer Hungersnot in der Kindheit auf Zahnlosigkeit im späteren Leben. Die Studie wurde im Journal of Clinical Periodontology veröffentlicht. Baumeister SE, McGrath C, Kocher T, Nascimento GG. Childhood Famine Exposure and Late-Life Edentulism: Evidence From Natural Experiments. J Clin Periodontol. 2026 Aug 16. doi: 10.1111/jcpe.70190. Epub ahead of print. PMID: 42604826. CORRIGENDUM In den zm 12/2026 hatten wir in dem Beitrag „Fortbildung Intraoralscanner: Das sind die gängigen Geräte am Markt“ auf den Seiten 52/53 eine Übersichtstabelle zu Intraoralscannern veröffentlicht, in der das Modell „Scan4All 3D“ als Ergebnis einer Partnerschaft zwischen Biotech Dental und Dentsply Sirona bezeichnet wurde. Diese Angabe ist leider falsch: Die Partnerschaft besteht nicht mit Dentsply Sirona, sondern mit Omnivision. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.
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