82 | zmSTARTER zm116 Nr. 17, 01.09.2026, (1324) Die MHB bietet den ersten ZahnmedizinStudiengang in Brandenburg an. Was unterscheidet Ihren Modellstudiengang vom klassischen Zahnmedizinstudium? Der Modellstudiengang beginnt nicht mit isolierten Grundlagenfächern, auf die dann Schritt für Schritt die einzelnen klinischen Fächer folgen. Bei uns ist das von Anfang an integriert. Der zentrale Unterschied ist also: Die Studierenden lernen fach- und themenbezogen. Sie erleben Grundlagen nicht als abstrakte Vorstufe, sondern von Anfang an im Zusammenhang mit klinischen Fragen. Wenn sie zum Beispiel Hämodynamik lernen, dann direkt im Kontext des Kreislaufs – und daran kann sich unmittelbar auch die Pathologie anschließen. Diese starke Verschränkung führt dazu, dass es bei uns keine klassische Z1-Prüfung gibt, sondern Äquivalenzprüfungen. Ein weiterer Unterschied zum Regelstudiengang sind die besonderen Lehrformate mit Kleingruppenunterricht, problemorientiertem Lernen sowie einem starken Fokus auf Teamfähigkeit, Kommunikation und Patientenkontakt. Wie viele Studienplätze stehen pro Jahr zur Verfügung? Und wie viele Menschen bewerben sich? Wir vergeben derzeit einmal im Jahr 48 Studienplätze, jeweils zum Sommersemester. Inzwischen sind wir im dritten Jahrgang, und im Interimsgebäude wird es schon ziemlich eng. Mit der neuen Klinik haben wir zunächst deutlich mehr Kapazität. Ob wir die Zahl der Studienplätze zu gegebener Zeit erhöhen, werden wir sehen. Bei den Bewerbungen liegen wir ungefähr beim Drei- bis Vierfachen der vorhandenen Studienplätze. Die MHB verzichtet auf einen klassischen NC und setzt auf ein Auswahlverfahren. Hat sich das Verfahren bewährt? Ja, wir sind mit dem Verfahren sehr zufrieden. Wir haben damit seit mehr als zehn Jahren Erfahrung in der Humanmedizin und in der Psychologie, evaluieren es regelmäßig und entwickeln es weiter. Der NC ist für uns kein Auswahlkriterium. Wir schauen, wie gut Bewerberinnen und Bewerber zum Studium und zu unserem Profil passen. In der Zahnmedizin prüfen wir zusätzlich die praktische Geschicklichkeit, etwa mit kleinen handwerklichen Tests wie dem Biegen von Drähten. Das würden wir gar nicht so genau verraten wollen. Das hilft auch den Studieninteressierten einzuschätzen, ob die späteren praktischen Anforderungen zu ihnen passen. Wir wählen diejenigen aus, bei denen wir gute Chancen für einen erfolgreichen Studienabschluss sehen, und achten auf eine Grundoffenheit für den ländlichen Raum. Das ist kein Zwang, entspricht aber unserem regionalen Auftrag. Im Studienalltag zeigt sich: Die Studierenden sind sehr motiviert. Durch die Auswahl jenseits der Abiturnote entstehen heterogene Kohorten mit unterschiedlichen sozialen Hintergründen, Altersgruppen und beruflichen Erfahrungen – etwa auch ZFA mit praktischen Stärken. Das bereichert die Lehre und das kollegiale Lernen. Auch Lehrende aus anderen universitären Kontexten sind mit unseren Studierenden sehr zufrieden. Gibt es Präventionsangebote der MHB für die Region, zum Beispiel für Kitas, Schulen, Pflegeeinrichtungen oder vulnerable Gruppen? In der Zahnmedizin stehen wir bei solchen Präventionsangeboten noch am Anfang. Erste Pilot-artige Ansätze Foto: MHB / Eric Hoffmann Das ehemalige E-Werk in Brandenburg an der Havel ist zur Universitätsklinik für Zahnmedizin der MHB umgebaut worden. Oben sieht man die in U-Form angeordneten Behandlungsräume. Fotos: Ronald_Geisler Wir werden mit unseren Studierenden und Mitarbeitenden faktisch einen Teil der Versorgung in Brandenburg mit abdecken.
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