Zahnaerztliche Mitteilungen Nr. 18

34 | ZAHNMEDIZIN Die Wiederherstellung der Kaufunktion gehört zu den zentralen Zielen der prothetischen Rehabilitation. Während implantatgetragene Rekonstruktionen die Kaufunktion gegenüber konventionellen Totalprothesen nachweislich verbessern können, liegen objektive Vergleichsdaten zwischen unterschiedlichen Versorgungskonzepten bislang nur begrenzt vor. Auf der anderen Seite werden vor allem implantatgetragene Versorgungen immer mit höheren Kaukräften als natürliche Zähne in Zusammenhang gebracht. Auch der Sprachfunktion kommt eine zentrale Bedeutung zu, da Veränderungen der Prothesengestaltung die Lautbildung und die Verständlichkeit beeinflussen. Ziel der Untersuchung war daher, sowohl die maximale Kaukraft als auch die Sprachfunktion verschiedener prothetischer Rehabilitationen mithilfe objektiver Messverfahren miteinander zu vergleichen. Material und Methode In die Querschnittsstudie wurden insgesamt 50 Probandinnen und Probanden eingeschlossen. Je zehn Personen wurden einer der folgenden Gruppen zugeordnet: „ natürliche Dentition „ festsitzende implantatgetragene Vollbogenversorgung „ implantatgetragene Deckprothesen in Ober- und Unterkiefer „ Oberkiefer-Totalprothese mit implantatgetragener UnterkieferDeckprothese „ konventionelle Totalprothesen Primärer Untersuchungsparameter war die maximale Kaukraft, die mithilfe eines mikroelektromechanischen Drucksensors (Kube Innovations, Montreal, Canada) bestimmt wurde. Zusätzlich erfolgte eine objektive Analyse der Sprachfunktion mittels automatisierter Spracherkennung (iCSpeech, Rose Medical Solutions, Wokingham, UK) während des 45 bis 60 Sekunden langen Vorlesens eines standardisierten englischen Textes. Anschließend wurden die Daten statistisch ausgewertet. Ergebnisse Die höchste maximale Kaukraft wurde bei Probanden mit natürlicher Dentition gemessen (752 Newton (N)). Patienten mit festsitzenden implantatgetragenen Rekonstruktionen erreichten Abb. 1: Implantatgetragene Rekonstruktion im Unter- und Oberkiefer zm116 Nr. 18, 16.09.2026, (1372) Foto: Charité Universitätsmedizin AUS DER WISSENSCHAFT Die Kaukraft prothetischer Versorgungen im Vergleich Florian Beuer Die funktionelle Rehabilitation zahnloser Patientinnen und Patienten wird häufig anhand berichteter Endpunkte wie Zufriedenheit oder Lebensqualität bewertet. Objektive Messgrößen spielen dagegen bislang nur eine untergeordnete Rolle. Eine Arbeitsgruppe der University of Pennsylvania hat nun die maximale Kaukraft und die Sprachfunktion verschiedener prothetischer Versorgungskonzepte untersucht. Die Ergebnisse liefern neue Ansatzpunkte zur Bewertung prothetischer Rehabilitationen.

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