46 | ZAHNMEDIZIN DER BESONDERE FALL MIT CME Eine seltene Lokalisation – das Lipom der Zunge Diana Heimes, Peer W. Kämmerer Lipome der Mundhöhle sind seltene benigne mesenchymale Tumoren, die im klinischen Alltag aufgrund ihres meist unauffälligen und langsam progredienten Erscheinungsbildes leicht übersehen oder falsch zugeordnet werden können. Insbesondere das Lipom der Zunge stellt eine seltene, differenzialdiagnostisch gegenüber atypischen lipomatösen Tumoren und Liposarkomen abzugrenzende Entität dar. Ein 76-jähriger Patient stellte sich aufgrund einer für das Tragen der Prothese störenden Raumforderung des rechten Zungenrandes in der Klinik und Poliklinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie der Universitätsmedizin Mainz vor. Der Mann berichtete, dass er sechs Wochen zuvor eine neue Totalprothese für den Unterkiefer erhalten hatte. Seitdem störe ihn die seit Langem vorhandene Raumforderung des rechten Zungenrandes beim Einsetzen der Prothese und in der Funktion, zudem sei diese seit Eingliederung des neuen Zahnersatzes noch einmal beträchtlich gewachsen. Anamnestisch lagen zahlreiche kardiovaskuläre Vorerkrankungen wie eine koronare Herzerkrankung, ein Vorhofflimmern, eine arterielle HyperAbb. 1: Raumforderung des rechten Zungenrandes während der initialen körperlichen Untersuchung Fotos: Universitätsmedizin Mainz zm116 Nr. 18, 16.09.2026, (1384) Abb. 2: In den abgebildeten Schichten der Magnetresonanztomografie (A: coronar, B: axial) lässt sich der T1-hyperintense Befund klar darstellen. Er bemisst sich auf eine Größe von circa 35 mm x 34 mm x 27 mm. Für einen benignen Befund sprechen in diesem Fall die klare Abgrenzbarkeit von den Nachbarstrukturen sowie ein recht homogenes Erscheinungsbild. A B
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