Zahnaerztliche Mitteilungen Nr. 19

26 | ZAHNMEDIZIN THERAPIE NACH MISSGLÜCKTER WURZELSPITZENRESEKTION Orthograde Revision eines resezierten Oberkieferfrontzahns Ilya Kachovič Antidze Persistierende apikale Parodontitiden nach Wurzelspitzenresektion sind immer eine therapeutische Herausforderung. Dieser Fall zeigt die orthograde Revision eines Oberkieferfrontzahns nach Thermafil-Wurzelfüllung und nicht erfolgreicher Wurzelspitzenresektion. Durch die Entfernung des Trägers und des retrograden Verschlusses sowie durch eine apikale biokeramische Versiegelung konnte klinisch und radiologisch eine vollständige Ausheilung erzielt werden. Ein 20-jähriger Patient stellte sich mit seit mehreren Monaten bestehenden Beschwerden an Zahn 21 vor. Zwei Jahren zuvor war an diesem Zahn eine Wurzelspitzenresektion durchgeführt worden. Allgemeinerkrankungen oder eine regelmäßige Medikation lagen nicht vor. Klinischer und radiologischer Befund Zum Zeitpunkt der Erstvorstellung stellte sich der Zahn mit Perkussionsbeschwerden dar. Die Sensibilitätsprüfung fiel negativ aus, der Perkussionstest positiv. Es bestanden eine deutliche apikale Druckdolenz und eine Fistelbildung in der regio 21 (Abbildung 1). Die parodontalen Sondierungstiefen (im 1-mm-Abstand zirkulär gemessen) bewegten sich im physiologischen Bereich, es lag keine solitäre parodontale Tasche vor. Der Zahn zeigte keine Lockerung. Klinisch stellten wir eine lokalisierte Gingivitis im Bereich der betroffenen Zähne fest. Die verblockte Kronenversorgung wies ausgeprägte Randstufen auf, die die Hygienefähigkeit in diesem Bereich deutlich beeinträchtigten. Nach radiologischer Beurteilung wurden folgende Befunde erhoben und Diagnosen gestellt: „ eine diffuse Aufhellung im Sinne einer symptomatischen persistierenden Parodontitis am endochirurgisch behandelten Zahn 21 „ eine metalldichte Verschattung (Verdacht auf Silberstift) – nach radiologischer Verdachtsdiagnose klinisch nicht bestätigt „ eine metalldichte Verschattung (Verdacht auf ThermafilTräger) – nach radiologischer Verdachtsdiagnose klinisch bestätigt „ eine insuffiziente orthograde Wurzelfüllung sowie ein röntgendicht imponierender retrograder Verschluss bei Zustand nach Wurzelspitzenresektion (Abbildung 2) Therapie Der Patient wurde über die eingeschränkte Prognose des Zahnes 21 aufgeklärt. Dabei wurden insbesondere die Entfernbarkeit des retrograden Verschlusses, der Verdacht auf einen Silberstift, der bestätigte Thermafil-Träger sowie das Abb. 1: klinische Situation bei der Erstvorstellung, Fistel regio 21 zm116 Nr. 19, 01.10.2026, (1460) Abb. 2: Ausgangsröntgenbild bei der Erstvorstellung Diesen Fall erhielten wir von einem Leser über Social Media.

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