Gründung der „DTMD University for Digital Technologies in Medicine and Dentistry Luxembourg S.à r.l.“ (B216029) mit (damaligem) Sitz in Wiltz Juni 2017 Dezember 2020 Januar 2022 Die AHPGS akkreditiert das DTMD-Studienprogramm „M.Sc. Kieferorthopädie“, ursprünglich mit Laufzeit bis September 2026. Gründung der Gesellschaft „DTMD University for Digital Technologies in Medicine and Dentistry S.A.“ (B263848), sie wird später alleinige Gesellschafterin der B216029. 36 | TITEL SKANDAL UM BERUFSBEGLEITENDE WEITERBILDUNGEN IN DER ZAHNMEDIZIN 31.000 Euro für einen Master ohne Abschluss? Eine Universität in Luxemburg bietet seit mehreren Jahren berufsbegleitende Masterstudiengänge für KFO sowie für Parodontologie und Implantologie an, daneben auch Promotionsprogramme. Jetzt stellt sich heraus: Die Einrichtung war niemals akkreditiert und die Abschlüsse sind augenscheinlich nichts wert. Wie kann das passieren? Ende Juli wandte sich ein Zahnarzt per E-Mail an die zm-Redaktion: Er habe sich im Februar 2025 für einen berufsbegleitenden Masterstudiengang an der DTMD – Digital Technologies in Medicine and Dentistry – in Luxemburg angemeldet und 31.000 Euro für den „Master of Science Kieferorthopädie“ mit dem geplanten Abschluss „Master of Science (MSc)“ bezahlt. Vier Semester sollte die Weiterbildung dauern, im Wintersemester 2025 starten und im Oktober 2027 enden. Doch daraus wurde nichts. Da er anonym bleiben möchte, nennen wir ihn Jona Kiefermann. Kiefermann absolvierte erfolgreich die ersten zwei Semester. Aber dann wurde bekannt, dass die DTMD nach Auskunft des zuständigen luxemburgischen Ministeriums nicht akkreditiert war. Zudem gab es Schwierigkeiten mit der vermeintlichen Kooperation mit der Trakia University in Bulgarien, als deren Außenstelle die DTMD offiziell fungieren sollte. In Deutschland gibt es nur wenige Anbieter für eine solche Weiterbildung. Zudem war die DTMD in zahnmedizinischen Kreisen etabliert: Renommierte Hochschullehrerinnen und -lehrer unterrichteten dort, Fachgesellschaften machten auf die Programme aufmerksam, Professoren empfahlen die Teilnahme. Und: Die Lehre selbst wurde ja nicht kritisiert, mit den Inhalten – das hören wir bei unseren Nachforschungen immer wieder – waren die Studierenden sehr zufrieden. Deshalb dachte Kiefermann anfangs: Luxemburg?!? – why not! Nun fragt er sich: Auf welcher rechtlichen Grundlage wurde und wird dieser Master überhaupt verliehen? Und: Wie viele Studierende beziehungsweise Absolventinnen und Absolventen sind noch in dieser misslichen Lage? Auf der DTMD-Webseite findet man dazu keine Informationen – auch das Programm zum angebotenen KFOMaster ist nicht mehr oder nur unvollständig im Netz abrufbar. Zugleich kündigt die DTMD auf ihrer Homepage einen baldigen Wechsel der Masterprogramme zu einem neuen Partner an. Die zm haben im Rahmen ihrer Recherche mit betroffenen Zahnärztinnen und Zahnärzten gesprochen und umfassende Unterlagen und Originaldokumente zu dem Vorgang eingesehen. Daraus geht hervor, dass die DTMD den „Masterstudiengang Kieferorthopädie“ spätestens ab 2020 anbot und die dazugehörigen Veranstaltungen nicht nur in Luxemburg, sondern auch in Zürich, Warschau, Frankfurt, Bratislava und Dubai stattfanden. Jede Kohorte umfasste schätzungsweise 15 bis 30 Studierende – die DTMD warb auf ihren Seiten damit, dass allein 2024 zwölf Kohorten parallel liefen. Neben diversen Kursen rief die DTMD außerdem den „Masterstudiengang Parodontologie und Implantologie“ ins Leben. Der Fall Kiefermann steht somit exemplarisch für viele andere Studiezm116 Nr. 19, 01.10.2026, (1470) „Der von der DTMD an Sie verliehene „Master of Science“ (MSc) stellt nach luxemburgischem Recht aus den oben geschilderten Gründen keinen rechtmäßig verliehenen akademischen Grad dar." Antwort des Ministeriums für Forschung und Hochschulwesen in Luxemburg (MESR) an eine Absolventin
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