zm116 Nr. 19, 01.10.2026, (1487) ZAHNMEDIZIN | 53 prognostisch günstige Ausgangslage vor. Als Orientierung für die Auswahl geeigneter Spenderzähne wird ein Wurzelentwicklungsstadium von etwa 60 bis 80 Prozent der definitiven Wurzellänge empfohlen [Khoury et al., 2024]. Ein weiterer biologischer Vorteil wurzelunreifer Transplantate besteht in der Möglichkeit eines fortgesetzten Wurzelwachstums. Voraussetzung dafür ist der Erhalt der Hertwig’schen Epithelscheide im Apexbereich, die aufgrund ihrer apikalen Lage frühzeitig revaskularisiert wird und das operative Trauma in der Regel übersteht [Andreasen et al., 1988]. Radiologisch gelten das fortgesetzte Wurzelwachstum und die zunehmende Pulpaobliteration als die zuverlässigsten Vitalitätszeichen und sind aussagekräftiger als thermische oder elektrische Sensibilitätstests. Die Pulpaobliteration beginnt etwa drei Monate postoperativ und schreitet über einen Zeitraum von rund zwei Jahren bis zur weitgehenden Obliteration des Pulpacavums fort [Khoury et al., 2024]. Beide Befunde ließen sich im vorliegenden Verlauf nachweisen und bestätigen die Vitalität der Transplantate (Abbildung 15). In Fällen mit ausgeprägter Wurzelkrümmung oder bereits vollständig abgeschlossenem Wurzelwachstum kann ergänzend eine Wurzelspitzenresektion monoradikulärer Zähne erwogen werden, um die Revaskularisationschancen zu verbessern und eine bessere Anpassung des Transplantats an das Empfängerbett zu ermöglichen [Khoury, 1986a]. Für die kieferorthopädische Einbindung ist das zeitliche Vorgehen entscheidend. Eine primäre Stabilisierung des Transplantats ohne okklusale Belastung während der Einheilphase ist essenziell; eine aktive orthodontische Bewegung sollte jedoch erst nach abgeschlossener parodontaler und pulpaler Heilung erfolgen. Als günstiges Zeitfenster gilt der Zeitraum zwischen drei und neun Monaten postoperativ. Bei einem späteren Beginn der Zahnbewegung steigt das Risiko einer Pulpanekrose infolge der zunehmenden Pulpaobliteration [Paulsen et al., 1995, Bauss et al., 2004]. Ein systematischer Review zur Wirkung kieferorthopädischer Behandlungen auf transplantierte Zähne bestätigt, dass orthodontische Zahnbewegungen das klinische Langzeitergebnis nicht beeinträchtigen, sofern die etablierten Zeitfenster eingehalten werden [Lacerda-Santos et al., 2020]. Im vorgestellten Fall wurde dies durch die zunächst rigide Integration der Transplantate in die Multibracketapparatur sowie die erst nach vier Monaten erfolgte Einbindung in den aktiven Behandlungsbogen umgesetzt. Da die Abwehrfähigkeit des revaskularisierten Pulpaersatzgewebes herabgesetzt ist, wurde bewusst eine minimalinvasive Kompositumformung der Prämolaren zu Inzisivi gewählt. Jede ausgedehnte Dentinfreilegung könnte eine bakterielle Invasion begünstigen. Dieser Fall bestätigt die in der Literatur beschriebenen hohen Erfolgsraten autogener Zahntransplantationen. Sechs Jahre postoperativ zeigen sich stabile funktionelle und ästhetische Verhältnisse mit radiologischem Nachweis vitaler, weiterwachsender Transplantate. Einschränkend ist die Natur des Einzelfallberichts zu nennen, der keine Generalisierung der Ergebnisse erlaubt. Aktuelle Übersichten weisen zudem darauf hin, dass trotz hoher Erfolgsraten weiterhin Wissenslücken bestehen, insbesondere hinsichtlich standardisierter Behandlungsprotokolle und Langzeitdaten bei seltenen Indikationen wie der hier beschriebenen [Chhana et al., 2024]. Auch die wiederholt erforderliche Kompositkorrektur zeigt, dass die ästhetische Rehabilitation beim wachsenden Patienten kein einmaliger Akt, sondern ein wachstumsbegleitender Prozess ist. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit von Kieferorthopädie, Oralchirurgie und Kinderzahnheilkunde war für das Behandlungsergebnis essenziell. Entdecken Sie unsere weiteren Marken unter orthos.de Eine Marke von Schnarchen entsteht im Mund, wennder Unterkiefer zurückfällt. So hilft die zahnärztliche Schnarchtherapie: lunasol-orthos.de LunaSol Schiene hält den Unterkiefer vorn – reduziert Schnarchen sofort! •Stabilisiert den Unterkiefer, für freie Atmung und ruhigen Schlaf •Anerkannt als effektive Alternative zur gängigen CPAP-Maske •Gibt‘s nur in Zahnarzt-/KFO-Praxen! Qualität – hergestellt in Frankfurt/Main
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