56 | PRAXIS BAULICHE MASSNAHMEN ZUM HITZESCHUTZ Verschatte sich, wer kann! Wenn es in der Praxis heiß und stickig ist, leiden Ihre Praxismitarbeiter genauso wie ihre Patientinnen und Patienten. Welche baulichen Maßnahmen beim Hitzeschutz möglich sind, was Nachrüstungen bringen und worauf man im Alltag achten sollte, schildert der Berliner Architekt Peter Schulze. Er ist Experte für Energie-Effizienz und Nachhaltigkeit. Baulicher Hitzeschutz in der Zahnarztpraxis hat das Ziel, die Raumtemperatur bei starker Hitze zu senken und und umfasst wirksame, dauerhafte Maßnahmen an der Gebäudehülle und der Haustechnik. Die Raumtemperatur in der Praxis beeinflussen zum einen interne Wärmequellen wie Elektrogeräte oder die Anzahl der Menschen, zum anderen äußere Wärmequellen wie die direkte oder indirekte Sonneneinstrahlung, die Außentemperatur oder auch angrenzende Räume mit hoher Wärmelast. „Durch eine Steuerung dieser Wärmequellen und eine gezielte Abfuhr überschüssiger Wärmelasten kann man die Raumtemperatur optimieren. Für den Grad der Behaglichkeit ist zusätzlich die Raumluftfeuchte zu betrachten“, erläutert Architekt Schulze. Der Experte für thermische Bauphysik ist zuständig für wärmeschutztechnische Planungskonzepte im Berliner Büro „lossen ingenieure“. Der erste Schritt ist eine Bestandsaufnahme: Bei der Begehung des Praxisgebäudes werden kritische warme Bereiche identifiziert, aber auch Bereiche, die sich vergleichsweise gut kühlen lassen und so als mögliche Ausweichbereiche für vulnerable Patientengruppen fungieren können. Dabei kann man auch die Lage eines geeigneten Pausenraums für das Personal oder das Lager für hitzesensible Medikamente und Materialien ausmachen. „Auf dieser Grundlage kann dann ein Hitzeschutzplan für die jeweilige Praxis erstellt werden“, erklärt der Experte. Kein Glashaus bauen Bei einem Neubau sollte man darauf achten, den äußeren Wärmeeintrag durch eine erhöhte außenliegende Dämmung und optimierte Fenstergrößen zu hemmen. „Also kein GlasFenster zu und Jalousie runter: Spätestens ab dem frühen Mittag wird die Sonne unerträglich. zm116 Nr. 19, 01.10.2026, (1490)
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