GESELLSCHAFT | 63 zm116 Nr. 19, 01.10.2026, (1497) DENTAL STREET DAY 2026 Volle Aufmerksamkeit mit Peter Fox Der Dental Street Day ging am 12. September in die dritte Runde: Tagsüber behandelten Berliner Zahnarztpraxen kostenlos wohnungslose Menschen, abends spielte Peter Fox als Überraschungsgast auf der Block Party. Wir waren zu Besuch in einer Praxis, die zum ersten Mal dabei war – und haben mit Initiator Mischa Ommid Steude über die nächste Stufe des Projekts gesprochen. Samstagmorgen, 9 Uhr, ist in der Praxis „Zahnärzte im Kollwitzviertel“ ausnahmsweise Highlife: Es riecht nach Kaffee, Brötchen und Blumen. Die Brötchen sind längst geschmiert und belegt und liegen jetzt in kleinen Tüten auf dem Tisch im Wartezimmer parat – neben Zahnbürsten, Zahnpasta und weiteren Mundhygieneprodukten. Keine Frage: Das Team ist vorbereitet. „Es war ein bisschen wie eine Wundertüte“ „Wir wussten nicht genau, was auf uns zukommt – es war ein bisschen wie eine Wundertüte“, wird Praxisinhaberin Dr. Katja Wenk später erzählen. Sie und ihr Team haben mit mehr akuten Fällen gerechnet, mit Schmerzpatienten und natürlich auch mit Menschen, die alkoholisiert oder psychisch belastet in die Praxis kommen. Aber: Es bleibt zwischendurch erstaunlich ruhig. Gerade erhält eine Patientin eine PZR. Die Behandlung dauert lange, bei der Mundhygiene gibt es viel zu tun. Dennoch ist der Zahnstatus deutlich besser als erwartet; lediglich kleinere Füllungen stehen noch an. Auf den Dental Street Day aufmerksam wurde die Praxis über Social Media. Schon im vergangenen Jahr hatte Wenk die Aktion verfolgt, diesmal wollte das Team mitmachen. Alle seien sehr gespannt gewesen, erzählt sie, vor allem weil niemand genau wusste, in welchem Zustand die Patienten in die Praxis kommen würden. Der betreuende Sozialarbeiter habe das Team jedoch gut vorbereitet. „Eigentlich hatten wir gehofft, dass noch mehr Patienten kommen.“ Im nächsten Jahr will Wenk wieder dabei sein – sie kann sich vorstellen, Viktoria Lemm legt Füllungen beim Dental Street Day. Jessica Wickert (DIE PRAXIS) engagiert sich schon zum dritten Mal beim Dental Street Day und hat auch viele Patientinnen und Patienten über den Aktionstag hinaus behandelt. Foto: nl/zm „Wir sind in einer großen Stadt, der Bedarf ist da. Wenn man dafür gute Strukturen schafft, gibt es aus meiner Sicht viele Möglichkeiten.“ Dr. Katja Wenk Der Patient ist zum ersten Mal bei dabei. Heute wird alles für eine Prothese vorbereitet. Er hat Folgetermine für weite Behandlungstermine erhalten.
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