70 | ZAHNMEDIZIN planung lässt sich dieses Verfahren im klinischen Alltag zuverlässig und reproduzierbar anwenden. Klinische Bewährung Trotz zahlreicher publizierter Fallberichte und Fallserien zum Konzept der forcierten orthodontischen Extrusion als präprothetische Maßnahme für den Erhalt stark komprimittierter Zähne ist die wissenschaftliche Evidenz weiterhin begrenzt, da prospektive vergleichende Langzeituntersuchungen fehlen. Die verfügbare klinische Evidenz basiert daher auf einer vergleichsweise kleinen Zahl klinischer Untersuchungen. Eine der wenigen Studien zu diesem Themengebiet basiert auf der Analyse klinischer Patientendaten, die über einen Beobachtungszeitraum von bis zu zwei Jahren erhoben wurden [Malmgren et al., 1991]. Die Autoren untersuchten insgesamt 33 Zähne bei 32 Patienten und berichten von drei Rezidiven in Form von Intrusionen. Diese Ergebnisse stehen im Einklang mit einer klinischen Studie, die Daten von 30 Patientinnen und Patienten und 35 extrudierten, mit Einzelzahnkronen restaurierten Frontzähnen und Prämolaren in einem Beobachtungszeitraum von bis zu fünf Jahren auswertet [Bruhnke et al., 2023]. Dabei werden ebenfalls Rezidive in Form einer Intrusion bei drei Patientinnen und Patienten beschrieben. Diese Rezidive sind auf eine fehlende Retention nach der prothetischen Versorgung zurückzuführen, die in der klinischen Praxis mithilfe von festsitzenden oder herausnehmbaren Retainern realisiert werden kann. zm116 Nr. 19, 01.10.2026, (1504) Abb. 9: Zustand nach Extrusion nach wenigen Tagen Abb. 10: adhäsive Befestigung des extrudierten Zahnes am Widerlager und an den benachbarten Zähnen mithilfe eines niedrigviskösen Komposits Abb. 11: Retention für mindestens acht Wochen Abb. 12: Versorgung des Zahnes mit einer vollkeramischen Krone Abb. 13: Kontrollröntgenbild: Das Bild zeigt einen endodontisch behandelten Zahn mit einem Stiftaufbau und einer Krone. Abb. 7: zirkuläre Fibrektomie Abb. 8: Zustand bei der Kontrolluntersuchung Fotos: Maria Bruhnke, Charité
RkJQdWJsaXNoZXIy MjMxMzg=