Zahnaerztliche Mitteilungen Nr. 19

72 | GESELLSCHAFT zm-HISTORY Der Zahnarzt hinter dem Gebäude Am 7. Juni 1984 wurde in Jackson, Mississippi, zum ersten Mal in der Geschichte der USA ein Bundesgebäude nach einem Afroamerikaner benannt: Das „Dr. A. H. McCoy Federal Building“ erinnert nicht nur an einen außergewöhnlichen Geschäftsmann und Bürgerrechtler, sondern auch an einen angesehenen Zahnarzt. Dr. Albert Harris McCoy wurde 1903 in Jackson geboren. Seine afroamerikanische Familie betrieb eine etwa 40 Hektar große Milchfarm. Als junger Mann besuchte er erst das Tougaloo College und anschließend das Meharry Medical College in Nashville, Tennessee, eine der bedeutenden Hochschulen für die Ausbildung afroamerikanischer Ärzte und Zahnärzte in den USA. Dort machte er auch seinen Abschluss als Doctor of Dental Surgery (DDS). 1930 kehrte er in seine Heimatstadt zurück und gründete in der Farish Street eine Praxis. Die lag mitten im Zentrum des wirtschaftlichen und politischen Leben der schwarzen Bevölkerung. McCoys Berufsstart fiel in eine Zeit, die in Mississippi stark geprägt war durch die Gesetze der Rassentrennung – die sogenannte Jim-CrowOrdnung. Schwarze waren in nahezu allen Bereichen des öffentlichen Lebens systematisch benachteiligt. Seine Praxis lag im Zentrum – auch des politischen Lebens Darum gründete McCoy 1938 gemeinsam mit anderen Mitstreitern die „Security Life Insurance Company Foto von Dr. A. H. McCoy aus einer Akte der Mississippi State Sovereignty Commission. Die MSSC war eine von 1956 bis 1973 aktive staatliche Behörde in Mississippi mit der Aufgabe, die Integration zu bekämpfen und den Bürgerrechtsaktivismus zu kontrollieren.

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