Zahnaerztliche Mitteilungen Nr. 19

GESELLSCHAFT | 81 Menisco war sieben Jahre alt bei seiner Operation. Bis dahin musste er wegen einer ausgeprägten Lippen-KieferGaumenspalte ständig die Hänseleien der anderen Kinder in seinem Dorf ertragen. Für seine Mutter Julia war es schmerzhaft mitanzusehen, dass ihr Sohn diese Ablehnung ertragen musste. Die Familie hatte gehört, dass eine OP viel Geld kosten würde und daher nie eine Behandlung ins Auge gefasst. Dann hörten sie im Radio vom Anlegen des Mercy Ships in Madagaskar und dem Angebot kostenloser Behandlungen für Kinder mit Erkrankungen wie der von Menisco. In dem ambulanten HOPE Center, in dem die Patienten vor den Eingriffen untergebracht sind, traf Menisco zum ersten Mal andere Kinder mit Lippenspalten. Gemeinsam konnten sie spielen, solange sie auf den Eingriff warteten, der ihre Zukunft verändern würde. Meniscos Lippe ist wieder in Ordnung Meniscos OP dauerte knapp drei Stunden. Nach wenigen Tagen der Genesung konnte er zum ersten Mal seine „reparierte“ Lippe betrachten, von der er schon lange geträumt hatte. „Ich bin glücklich, weil meine Lippe wieder in Ordnung ist“, sagte der Junge mit einem schüchternen Lächeln. „Das hat Mercy Ships gemacht." Die Möglichkeit Menschen helfen zu können, die wirkliche existentielle Probleme haben, sei zugleich Motivation und Belohnung, berichtet Eggers. Es falle ihm oft schwer, damit zurechtzukommen, dass Patienten schwer oder sogar lebensbedrohlich erkrankt sind, obwohl die Grunderkrankung in einem frühen Stadium leicht behandelbar gewesen wäre. „Typisches Beispiel sind gutartige Tumoren wie bei Farah im Kieferbereich, die, früh entdeckt mit einem kleinen Eingriff in Lokalanästhesie heilbar, über Jahre und Jahrzehnte zu massiven Problemen für unsere Patienten werden.“ Dieses absolut vermeidbare Leid zu sehen und mitzuerleben, sei häufig eine große Herausforderung. „Aufgefangen wird man dabei durch die Gemeinschaft des Teams. Die Offenheit und das Vertrauen, das uns die Patienten schenken, wenn wir, als in jeder Hinsicht fremde Personen, kommen, um unsere Hilfe anzubieten“, schildert er seine Erfahrung. Ihn beeindrucke jedes Mal aufs Neue die Hingabe von Menschen, die für mehrere Jahre am Stück in Afrika helfen. Sein Rat an seine Kolleginnen und Kollegen: „Mitmachen! Als Arzt und als Mensch ist es eine bereichernde und lehrreiche Erfahrung. Wir werden nicht einen Kontinent retten, aber wir können einzelnen Menschen tatsächlich helfen!“ LL Mehr Informationen auf mercyships.de/ mitarbeiten zm116 Nr. 19, 01.10.2026, (1515) Menisco vor ... ... und nach dem Eingriff Meniscos Mutter hofft, dass ihr Sohn sich den unerschütterlichen Geist bewahrt, der ihn durch die schwierigen Jahre getragen hat. Foto: Mercy Ships_Tirsa Tapia Zamora Seit über 45 Jahren bringen die Mercy Ships mit den weltweit größten privaten Hospitalschiffen chirurgische Versorgung nach Subsahara-Afrika. Foto: Mercy Ships

RkJQdWJsaXNoZXIy MjMxMzg=