Zahnaerztliche Mitteilungen Nr. 20

ZAHNMEDIZIN | 31 zm116 Nr. 20, 16.10.2026, (1561) nodale MZL des Gaumens häufig erst im Rahmen einer therapeutisch intendierten Exzision histopathologisch identifiziert werden. Diedefinitive Diagnosestellung setzt eine umfassende histopathologische, immunhistochemische und molekularpathologische Aufarbeitung voraus. Charakteristisch ist ein dichtes B-Zell-Infiltrat mit CD20-positiven, CD5- und CD10negativen Zellen, das im Bereich epithelialer Strukturen häufig sogenannte lymphoepitheliale Läsionen ausbildet [Isaacson und Du, 2004]. Die Diagnosesicherung gelingt in der Regel erst durch den Nachweis einer B-Zell-Klonalität mittels IgH- und IgκKlonalitätsanalyse, für die das standardisierte BIOMED2-Protokoll als Referenzmethode etabliert ist [van Dongen et al., 2003]. Erschwerend kann gerade bei ausgeprägter entzündlicher Begleitreaktion oder artefiziell veränderten Gewebeproben die Abgrenzung zwischen einer reaktiven lymphoiden Hyperplasie und einem niedrigmalignen BZell-Lymphom im klassischen HE-Schnitt nicht eindeutig gelingen. Auch im vorliegenden Fall wurde der initiale Befund zunächst als chronische Sialadenitis ohne Hinweis auf Malignität gewertet, bis die erweiterten Untersuchungen den Verdacht auf ein extranodales MZL erbrachten. Die Prognose extranodaler MZL ist insgesamt günstig mit 5-Jahres-Überlebensraten von über 85 Prozent. Die Therapiestrategie orientiert sich am Stadium der Erkrankung, am Manifestationsort und an der zugrundeliegenden Ätiologie. Bei lokalisierten Stadien sind die alleinige lokale Strahlentherapie mit niedriger Dosis, die chirurgische Resektion oder auch eine engmaschige Verlaufskontrolle im Sinne eines „watch and wait"-Vorgehens etablierte Optionen. Bei disseminierter oder systemischer Manifestation kommen Immunochemotherapien, häufig auf der Basis von Rituximab, zum Einsatz [Zucca et al., 2020]. Voraussetzung für eine fundierte Therapieentscheidung ist ein adäquates Staging mittels Computertomografie von Hals, Thorax und Abdomen, einer Knochenmarkspunktion sowie einer laborchemischen Untersuchung einschließlich Serumelektrophorese und Immunfixation [Zucca et al., 2020]. Insgesamt unterstreicht diese Kasuistik die Notwendigkeit einer umfassenden histopathologischen Aufarbeitung auch bei klinisch vermeintlich eindeutigen Befunden und betont die Bedeutung einer engen interdisziplinären Zusammenarbeit bei der Abklärung und Therapieplanung seltener Raumforderungen. n ZM-LESERSERVICE Die Literaturliste kann auf www.zm-online.de abgerufen oder in der Redaktion angefordert werden. ASTERIA CREATE NATURAL AESTHETICS ESTELITE Camera access required

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