52 | GESELLSCHAFT zm-HISTORY Der Apollonia-Experte mit dem extraharten Antritt Es ist das Jahr 1950, als das sportliche Talent von Wilhelm Bulk entdeckt wird. Der 14-Jährige stürzt sich ins Training und schon drei Jahre später findet man seinen Namen in den Ergebnis-Listen als bezirksbesten Sprinter der Jugendklasse. 1959 ist der spätere Zahnarzt dann auf dem Höhepunkt seiner sportlichen Karriere. Bis es soweit ist, macht Bulk beim Bielefelder Radfahrerverein Teutoburg Kilometer um Kilometer und punktet immer wieder vor imposanter Kulisse. So etwa am 14. Juni 1953 auf der Bielefelder Radrennbahn, dem Tag der Eröffnung des offenen Betonovals. Im Vorprogramm der beliebten Steherrennen misst sich der Nachwuchs bei den Jugendwettbewerben. Am Ende des Vergleichskampfs gegen Wuppertal gehört Bulk neben Rudi Ziebe und Paul Dieter Luz zu den Siegern, die unter dem Jubel von 14.000 Zuschauern eine Ehrenrunde drehen. Es folgen harte Jahre, aber schon bald gehören die jungen Männer zu den besten Radrennfahrern in NordrheinWestfalen. Mit seinem Sportkollegen Luz bildete Bulk zwischenzeitlich ein erfolgreiches Tandemteam. Bulk lenkte vorne, Luz saß hinten. Das Rad stellte der Verein, das Auto für die Fahrten zu den Wettbewerben Bulks Vater. Seinem Vater gehört das florierende Dentallabor „Zahnhaus Bulk“ – in Bielefeld eine Institution. Der Senior steht den sportlichen Ambitionen seines Sohnes höchst wohlwollend gegenüber, erinnert sich Luz später in einem Interview. „Die hatten so ‘nen Kleintransporter, der war immer betankt, wenn wir losfuhren. Und da brauchten wir nichts für bezahlen.“ Bei jedem erfolgreichen Bahnrennen heimsen sie Geldpreise ein und bekommen die Reise- und Radtransportkosten zu Bundesbahn-Konditionen vom Verband ersetzt, ein ordentliches Taschengeld. Auch menschlich passt das Duo gut zusammen – bis 1958 eine Entscheidung seines damaligen Vereins RC Zugvogel die Zusammenarbeit beendet. Luz soll bei einem Mannschaftsrennen mit einem anderen Tandempartner starten. Und Bulk ist dauerhaft verstimmt, obwohl der Wettbewerb letztlich wegen Regens abgesagt wird. Zwei Jahre war er Mitglied der Nationalmannschaft Doch der rasende Student, wie er genannt wird, macht weiter Karriere im Radsport: Am 6. Juli 1957 kann er sich gegen die Nachwuchselite durchsetzen und gewinnt in Bielefeld das Auswahlrennen für die Nationalmannschaft beim Zeitfahren über 1.000 Meter. Dadurch erhält er anschließend die
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