Zahnaerztliche Mitteilungen Nr. 21

ZAHNMEDIZIN | 45 et al., 2022]. Eine prospektive Studie von Lamell et al. fand bei Kindern keinen statistisch signifikanten Ergebnisunterschied zwischen genähten und nicht genähten Verletzungen [Lamell et al., 1999]. Aufgrund der nicht randomisierten Behandlungszuordnung belegt dies jedoch keine Gleichwertigkeit der Verfahren [Lamell et al., 1999]. Hilfreich ist in diesem Zusammenhang das sogenannte Zurich Tongue Scheme, das auf pädiatrischen Daten basiert [Seiler et al., 2018]. Seiler et al. kamen zu dem Schluss, dass klaffende Zungenverletzungen unter zwei Zentimetern ohne Beteiligung der Zungenspitze häufig keiner Nahtversorgung bedürfen. Komplexe Verletzungen, eine anhaltende Blutung, ein funktioneller Verlust, große Lappenbildungen, durchgehende Lazerationen oder größere klaffende Wunden sprechen hingegen eher für eine primäre Nahtversorgung [Gonsalves et al., 2022; Hohman und Klovenski, 2026; Seiler et al., 2018]. Die Übertragbarkeit des aus einer retrospektiven pädiatrischen Kohorte abgeleiteten Schemas auf die hier 18-jährige Patientin ist limitiert [Seiler et al., 2018]. Im vorliegenden Fall wurde angesichts der vier großflächigen Schnittverletzungen und der initialen Blutung die Entscheidung zur chirurgischen Wundadaptation getroffen. Auch die antibiotische Prophylaxe bei intraoralen Lazerationen wird kontrovers diskutiert. Bei erhöhtem wundoder patientenbezogenem Infektionsrisiko kann eine Prophylaxe erwogen werden. Eine routinemäßige Antibiotikagabe bei allen einfachen oralen Lazerationen ist jedoch nicht eindeutig belegt. Katsetos et al. beschrieben bei oralen Lazerationen in der Notaufnahme eine deutliche Praxisvarianz bei der Antibiotikaverordnung [2016]. Von 323 erfassten Patienten erschienen demnach nur 58 zur Nachkontrolle, unter ihnen lag die Infektionsrate bei rund zehn Prozent. Auch das AASTKonsensusdokument zur Antibiotikaprophylaxe bei Verletzungen empfiehlt keine generelle Antibiotikagabe bei einfachen Weichteillazerationen, sondern eine risikoadaptierte Entscheidung bei höherem Kontaminations- oder Komplikationsrisiko [Appelbaum et al., 2024]. ZM-LESERSERVICE Die Literaturliste kann auf www.zm-online.de abgerufen oder in der Redaktion angefordert werden. Kammerautoklav, Typ B Die smarte Art der Sterilisation BRAVO ist ein Warenzeichen von SciCan Ltd. Hersteller: CEFLA S.C. Via Selice Provinciale 23/A 40026 Imola (Bo), Italien Tel.: +39 0542 653111 | Fax: +39 0542 653344 www.scican.com/eu/bravo-g4 Der BRAVO G4 bietet Geschwindigkeit, Kapazität, Sicherheit und Effizienz und ist dabei genauso zuverlässig, wie Sie es bereits vom bewährten STATIM kennen. EN13060 Fully Compliant BRAVOG4 In nur 33 Minuten sind Ihre Instrumente steril und trocken–und damit bereit, wenn sie benötigt werden. Drei Kammergrößen (17, 22 und 28 Liter) bieten genügend Kapazität, um den Anforderungen von Praxen jeder Größe gerecht zu werden. 5 Trays oder 3 Kassetten (17 und 22 Liter) bzw. 6 Trays oder 4 Kassetten (28 Liter). Die WLAN-fähige G4-Technologie wird mit Ihrem Smartphone/Tablet oder Ihrem Computer verbunden und ermöglicht so einen einfachen Zugriff z.B. auf Zyklusdaten.

RkJQdWJsaXNoZXIy MjMxMzg=