74 | GESELLSCHAFT FOLGEN FÜR DIE KI-FORSCHUNG Was der Einstieg von Nvidia bei Doctolib bedeutet Mitte Oktober gab der US-Chip-Gigant Nvidia bekannt, dass er als Minderheitsaktionär bei Doctolib einsteigt. Mit der Investition soll die Ärzteplattform mit Hauptsitz in Paris „schneller KI-Talente gewinnen“ und „die Entwicklung vorantreiben“, erklärte Doctolib-Chef Stanislas Niox-Château. Das wäre ein durchaus positiver Antrieb. Aber es gibt auch viele Stimmen, die den Schritt kritisch sehen: Verliert die europäische KI-Forschung damit an (staatlicher) Kontrolle? Wie viel Geld Nvidia in den 2013 in Frankreich gegründeten Dienstleister investiert, der mit Terminmanagement-Software groß geworden ist und regelmäßig wegen datenschutzrechtlicher und wettbewerbsrechtlicher Fragen Schlagzeilen macht (siehe Kasten), ist bislang nicht bekannt. Die Beteiligung ist jedenfalls Teil des Engagements für das europäische Technologieökosystem, dessen Umfang Nvidia mit rund zehn Milliarden US-Dollar beziffert. Neben Doctolib bekommen auch die französischen Unternehmen Entalpic, Genesis AI und Pigment Geld. Sie arbeiten unter anderem an KI-gestützter Materialentwicklung, Robotik und Software für Unternehmensplanung. Die KI lernt mit Patientendaten Das Timing könnte für Doctolib kaum günstiger sein: Bereits im Mai gab das Gegenüber der französischen Presse stellte die Geschäftsführung von Doctolib klar, dass Nvidia als Minderheitsaktionär weder einen Sitz im Verwaltungsrat noch Mitspracherecht bei der strategischen Führung und ausdrücklich keinerlei Zugriff auf Patientendaten erhält. Foto: Bendix Abmessung - stock.adobe.com zm116 Nr. 21, 01.11.2026, (1700)
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