NACHRICHTEN | 79 Anatomisch angepasste reale und mit GPT-4o generierte Röntgenbilder Foto: Tordjman M. Published Online: March 24, 2026, https://doi.org/10.1148/radiol.252094 STUDIE ZUR WIEDERVERWERTUNG VON KUNSTSTOFFEN So entsteht aus Plastikmüll ein Medikament gegen Parkinson Forschenden der Universität von Edinburgh ist es erstmals gelungen, einen natürlichen biologischen Prozess so anzupassen, dass Kunststoffabfälle – in diesem Fall PET-Flaschen – in ein Therapeutikum für eine neurologische Erkrankung umgewandelt werden konnten. Die Wissenschaftler haben dafür E. coliBakterien so verändert, dass diese Polyethylenterephthalat (PET) in das Parkinson-Medikament Levodopa (L-DOPA) umwandeln können. Dieser Durchbruch bietet eine nachhaltige Möglichkeit, wertvollen Kohlenstoff aus PET-Abfällen – von denen jährlich etwa 50 Millionen Tonnen anfallen – wiederzuverwerten, so die Forschenden. Dies könnte den Weg für das Wachstum einer BioUpcycling-Industrie ebnen, die nicht nur Arzneimittel, sondern auch eine Vielzahl von Produkten wie Aromen, Duftstoffe, Kosmetika und Industriechemikalien herstellt. „Plastikmüll wird oft als Umweltproblem angesehen, er stellt aber auch eine riesige, unerschlossene Kohlenstoffquelle dar. Indem wir mithilfe der Biotechnologie Plastik in lebenswichtige Medikamente umwandeln, zeigen wir, wie Abfallstoffe als wertvolle Ressourcen neu gedacht werden können“, kommentiert Prof. Stephen Wallace von der School of Biological Sciences die Ergebnisse. LL Royer, B., Era, Y., Valenzuela-Ortega, M. et al. Microbial upcycling of plastic waste to levodopa. Nat Sustain (2026). https://doi.org/10.1038/s41893-026-01785-z KOSTENLOSE BESTELLUNG FÜR PRAXEN MÖGLICH proDente vergibt Kinderbücher Kinderbücher fördern die Lesefreude und können Kindern dabei helfen, Verantwortung zu übernehmen – auch für die Zahnpflege. Über den Verein proDente können Zahnarztpraxen bis zu 50 Bücher als Give-away für ihre Patienten kostenlos bestellen. „Lesen trainiert die Fantasie und stärkt die Ausdrucksfähigkeit. Geschichten helfen Kindern, Verantwortung zu übernehmen – auch für die täglichen Zahnpflege“, betont Dirk Kropp, Geschäftsführer von proDente. Diese beiden kostenlosen Bücher sollen die Neugier wecken und Zähneputzen zum Abenteuer machen: Zähneputzen ist tierisch stark! – Ein deutsch-türkisches Abenteuer, das Kinder auf Safari zu den Zahnpflegetricks von Krokodilen und Haien schickt. Zahnbande – Ein Wimmelbuch, das ohne Text die Kreativität anregt und zeigt, dass selbst Monster Zahnpflege ernst nehmen. Bestellungen per E-Mail an: info@prodente.de oder über die Webseite von proDente: www.prodente.de nb CHATGPT KANN AUCH MEDIZINISCHE BILDGEBUNG Zum Umgang mit KI-generierten Röntgenbildern Eine internationale Arbeitsgruppe hat untersucht, inwieweit Radiologen in der Lage sind, synthetische von echten Röntgenbildern zu unterscheiden. Das Ergebnis sorgt für Beunruhigung: Selbst Radiologen mit langjähriger Berufserfahrung konnten die gefälschten Röntgenbilder nicht zuverlässig von den authentischen unterscheiden. Zunächst wurden die Probanden – 17 Radiologen aus sechs Ländern mit unterschiedlicher Berufserfahrung – nicht über den Studienzweck aufgeklärt und ihnen wurden 154 Röntgenaufnahmen verschiedener anatomischer Regionen (77 synthetische Bilder, generiert mit ChatGPT [GPT-4o; OpenAI], und 77 authentische Bilder) gezeigt. Nur sieben der 17 verblindeten Radiologen erkannten spontan die KI-generierten Bilder. Nachdem der Studienzweck bekannt war, glättete sich die Performance der Teilnehmer: Sie erreichten sie eine mittlere Genauigkeit von 74,8 Prozent (95 Prozent-KI: 68,4–81,2) bei der Unterscheidung zwischen KI-generierten und realen Röntgenbildern. Die individuelle Genauigkeit lag zwischen 58,4 Prozent und 91,6 Prozent. Auch die KI selbst hatte große Probleme bei der Unterscheidung zwischen KI-generierten und realen Bildern. Obwohl die synthetischen Bilder mit GPT-4o erstellt wurden, identifizierte das KI-Modell den eigenen Fake nicht sicher. Gleichwohl zeigte GPT-4o mit einer Genauigkeit von 85 Prozent die höchste Trefferquote, gefolgt von GPT-5 (83 Prozent), Llama 4 Maverick (59 Prozent) und Gemini 2.5Pro (56 Prozent). Die Ergebnisse zeigen den Studienautoren zufolge ein erhebliches Missbrauchspotenzial. Als mögliche Maßnahmen schlagen sie die Schulung von Ärzten, den Einsatz automatisierter Deepfake-Erkennungssysteme, Wasserzeichen in Röntgenbildern und eine „strenge Datenverwaltung“ vor. br The Rise of Deepfake Medical Imaging: Radiologists’ Diagnostic Accuracy in Detecting ChatGPT-generated Radiographs Authors: Mickael Tordjman et. al, Publication: Radiology Volume 318, Number 3 https://doi.org/10.1148/radiol.252094 zm116 Nr. 08, 16.04.2026, (649)
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