Zahnaerztliche Mitteilungen Nr. 11

ZAHNMEDIZIN | 33 2002; Bernes et al., 2005; Eveson et al., 1985; Bradley, 2001; Anthony et al., 2012; Zhao et al., 2004]. Aufgrund der Lokalisation, der Größenzunahme sowie der in der Bildgebung nicht eindeutig benignen Charakteristika wurde die Indikation zur vollständigen chirurgischen Exzision gestellt. Der Eingriff erfolgte in Allgemeinnarkose unter nasaler Intubation. Nach Aufsuchen, Darstellung und Schonung des Ductus submandibularis (Wharton-Gang) rechts erfolgte die Inzision im Mundboden posterior rechts auf den Befund zu. Um eine Schädigung zu vermeiden, wurde der angrenzende Nervus lingualis zunächst dargestellt, bevor die Glandula sublingualis vorsichtig ausgelöst wurde (Abbildung 3). Die Resektion erfolgte vollständig (R0) bei intakter Tumorkapsel. Der 3 x 2 x 0,9 cm große, derbe Befund (Abbildung 4) wurde zur histopathologischen Untersuchung eingesandt. Vor der Adaption der Schleimhaut zur Rekonstruktion des rechten Mundbodens wurde eine Drainage aus Kunststoff eingelegt und angenäht, um den Ablauf von Blut und Gewebsflüssigkeit zu ermöglichen und einer übermäßigen Mundbodenschwellung vorzubeugen. Histopathologisch zeigte sich ein pleomorphes Adenom mit epithelialen und myoepithelialen Zellanteilen in chondromyxoidem Stroma. Malignitätskriterien konnten nicht gefunden werden. Der postoperative Heilungsverlauf gestaltete sich komplikationslos und die Mundbodenschwellung zeigte sich allzeit stadiengerecht und moderat, so dass die Drainage im Mundboden am ersten postoperativen Tag entfernt werden konnte und die Patientin nach zwei Tagen in die ambulante Nachsorge entlassen werden konnte. Zwei Wochen postoperativ zeigte sich in der klinischen Verlaufskontrolle lediglich eine minimale Schwellung im rechten Mundboden im Bereich der Inzision, passend zur stadiengerechten Wundheilung frei von Infektionszeichen. Die Patientin berichtete bereits kurz nach der Operation, keine Schmerzen mehr zu haben, gab jedoch eine leichte Hypästhesie im vorderen Zungendrittel rechtsseitig an mit bereits einsetzenden Regenerationszeichen durch Kribbelgefühl. Spitz-StumpfDiskrimination im vorderen Zungendrittel abgeschwächt, weiter posterior intakt. Die dezente Sensibilitätsstörung bildete sich im weiteren Verlauf komplett zurück. Diskussion Speicheldrüsentumore stellen mit etwa drei bis sechs Prozent aller Tumoren im Kopf-Hals-Bereich eine insgesamt seltene, aber histologisch äußerst heterogene Gruppe von Neoplasien dar [Sreenivasan et al., 2025; Nachtsheim et zm116 Nr. 11, 01.06.2026, (891) Abb. 2: Darstellung des Befunds in der axialen Ebene des MRT präoperativ: Der Befund in der Glandula sublingualis rechts zeigt sich gut begrenzt, hyperintens und mit überwiegend homogener Signalintensität, teils stark kontrastmittelaufnehmend, vereinbar mit einem pleomorphen Adenom. Helen Josefine Wagner Assistenzzahnärztin Klinik und Poliklinik für Mund-, Kieferund Gesichtschirurgie – Plastische Operationen, Universitätsmedizin Mainz Augustusplatz 2, 55131 Mainz Foto: Universitätsmedizin Mainz Univ.-Prof. Dr. Dr. Bilal Al-Nawas Klinik und Poliklinik für Mund-, Kieferund Gesichtschirurgie, Plastische Operationen, Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Augustusplatz 2, 55131 Mainz Foto: Peter Pulkowski CME AUF ZM-ONLINE Pleomorphes Adenom in der Glandula sublingualis Für eine erfolgreich gelöste Fortbildung erhalten Sie zwei CME-Punkte der BZÄK/DGZMK. Univ.-Prof. Dr. Dr. Peer W. Kämmerer, MA, FEBOMFS Leitender Oberarzt/ Stellvertr. Klinikdirektor Klinik und Poliklinik für Mund-, Kieferund Gesichtschirurgie – Plastische Operationen, Universitätsmedizin Mainz Augustusplatz 2, 55131 Mainz Foto: Kämmerer Fotos: Universitätsmedizin Mainz

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