48 | TITEL Extraorale Fotogrammetriesysteme – wie die von PIC Dental und iMetric – arbeiten mit mehreren Aufnahmen speziell codierter Scanbodies aus unterschiedlichen Winkeln außerhalb der Mundhöhle, wobei die Scanbodies während der gesamten Aufnahme auf den Implantaten im Mund des Patienten verbleiben. Auf Basis fotogrammetrischer Prinzipien werden die räumlichen Beziehungen der Implantate berechnet, ohne auf Stitching-Algorithmen (Stitching – Zusammenfügen von Einzelaufnahmen zu einem Gesamtbild) zurückgreifen zu müssen, was eine sehr hohe Genauigkeit über größere Distanzen ermöglicht. Ein wesentliches Charakteristikum dieser Systeme ist jedoch, dass sie primär die Implantatpositionen erfassen – für die Aufnahme von Weichgewebe und Okklusion ist daher ein ergänzender intraoraler Scan erforderlich. Diese beiden Datensätze werden anschließend digital zusammengeführt. Extraorale Systeme sind zudem in der Regel größer und weniger mobil als konventionelle Intraoralscanner, was bei der Praxisintegration zu berücksichtigen ist. Die intraorale Fotogrammetrie integriert das fotogrammetrische Messprinzip direkt in den klinischen digitalen Workflow und verbindet die ergonomische Effizienz konventioneller Intraoralscanner mit der für verblockte Ganzkieferversorgungen erforderlichen Positionsgenauigkeit. Zunächst werden das Weichgewebe und die vorhandene Restbezahnung nach Standardprotokollen gescannt, häufig unterstützt durch Referenzmarker zur Verbesserung der Ausrichtung und der Datenstabilität. In einem nachfolgenden Schritt werden kodierte Scanbodies nach fotogrammetrischen Prinzipien erfasst, wodurch Implantatpositionen ohne Stitching-Fehlerakkumulation präzise bestimmt werden. Die gewonnenen Datensätze werden anschließend automatisch zusammengeführt, so dass die Weichgewebsmorphologie und die exakten Implantatkoordinaten in einem einheitlichen digitalen Modell vereint werden. Softwarelösungen wie die IPG-Plattform von Shining 3D ermöglichen abschließend die Konvertierung der erfassten Marker in kompatible Implantatbibliotheks-Scanbodies für einen nahtlosen CAD-Workflow. Im Unterschied zu extraoralen Systemen bietet dieser Ansatz den Vorteil, dass Weichgewebe, Okklusion und Imzm116 Nr. 12, 16.06.2026, (1002) SCANNEN EINES ZAHNLOSEN KIEFERS MIT FOTOGRAMMETRIE-REFERENZMARKERN Abb. 1: Zahnloser Oberkiefer mit verschraubten Photogrammetrie-Referenzmarkern (Fiducial Markers) an acht Implantaten unmittelbar nach Implantatplatzierung – Ausgangssituation für die digitale Ganzkieferabformung Fotos: Henriette Lerner Abb. 2: Laufender Fotogrammetrie-Scan in der SHINING 3DSoftware (Aoralscan Elite): Die Software erkennt automatisch die Position der Referenzmarker (Fiducial Bodies) an jedem Implantat und berechnet daraus ein präzises dreidimensionales Lagemodell aller Implantate im zahnlosen Kiefer. Abb. 3: digitaler 3D-Scan des zahnlosen Oberkiefers mit acht Scankörpern in der IOS-Software (SHINING 3D-Software, Aoralscan Elite): Grundlage für die implantatprothetische Planung im volldigitalen Workflow Abb. 4: finales implantatgetragenes Provisorium
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