54 | TITEL FORTBILDUNG INTRAORALSCANNER Der IOS in der restaurativen Versorgung Alexander Schmidt, Merlind Becker-Schönfeldt, Lukas Geier, Anne Garling, Maximiliane Amelie Schlenz Heute steuert der Intraoralscanner (IOS) auf die Rolle eines Universalwerkzeugs in der modernen Zahnmedizin zu. Seine Anfänge liegen jedoch in der restaurativen Versorgung, die nach Dekaden technischer Fortentwicklung immer stärker von den digitalen Innovationen profitiert. Werfen wir einen Blick auf die Historie, den digitalen Workflow in der restaurativen Zahnheilkunde und die verschiedenen intraoralen Scansysteme. Der Blick auf die Entwicklungsgeschichte der digitalen Abformung zeigt, dass Intraoralscanner und indirekte Restaurationen von Beginn an eng miteinander verbunden waren. Mit dem Ziel, zahnfarbene Inlays chairside – also unmittelbar am Behandlungsstuhl – konstruieren zu können, gelang es den Pionieren Werner H. Mörmann und Marco Brandestini in den 1980er-Jahren an der ETH Zürich erstmals, ein entsprechendes System zu entwickeln. Aus dieser Zusammenarbeit ging das CEREC-System hervor, das als Meilenstein der computergestützten Zahnheilkunde gilt und die Grundlage für digitale Workflows in der restaurativen Zahnmedizin und Prothetik legte [Logozzo, 2014; Keul C., 2019; Revilla-Leon, 2023]. Vier Jahrzehnte später erscheint es beinahe selbstverständlich, dass ein Intraoralscan mittels Scannerhandstück angefertigt und über cloudbasierte Infrastrukturen weiterverarbeitet wird – teilweise sogar unter Einbindung mobiler Endgeräte. Eine solche Entwicklung war zu Beginn der digitalen Zahnmedizin angesichts der zunächst stark eingeschränkten Indikationen der digitalen Abformung kaum vorstellbar, denn in den frühen Jahren beschränkte sich der Anwendungsbereich im Wesentlichen auf die Herstellung keramischer Inlays im ChairsideVerfahren. Erst im Verlauf der 1990er-Jahre erweiterten technische Fortschritte in der Bildverarbeitung und der rechnergestützten Konstruktion die Möglichkeiten, so dass auch Einzelkronen im computer-aided design / computer-aided manufacturing (CAD/CAM)-Verfahren konstruiert und hergestellt werden konnten [Logozzo, 2014; DIN 13995, 2010; Richert, 2017]. Zu Beginn der 2000er-Jahre folgten die ersten Systeme, die eine dreidimensionale Darstellung vollständiger Zahnmodelle ermöglichten. Diese frühen dreidimensionalen Datensätze unterscheiden sich jedoch deutlich von den hochauflösenden Darstellungen heutiger Intraoralscanner. Die Bildqualität war vergleichszm116 Nr. 12, 16.06.2026, (1008) Abb. 2: Beispiel einer chairside durchgeführten Präparationsanalyse des Zahnes 44 mit Visualisierung des Abstands zum Antagonisten von 2 mm (a) beziehungsweise 1,5 mm (b) (Trios 5, 3Shape) Fotos: Zahnmedizinische Prothetik, CAU Kiel Abb. 1: Beispiel eines Oberkiefer Intraoralscans (Trios 5, 3Shape) a b
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