56 | TITEL onelle Abformung gilt [Silness, 1970; Chiu, 2020]. Gleichzeitig bietet die digitale Abformung eine Reihe von Vorteilen, die über die reine dreidimensionale Erfassung der intraoralen Strukturen hinausgehen. Zu den zentralen Stärken gehören die unmittelbare Visualisierung und Analyse der Präparation während des Scanvorgangs (Abbildung 2). Dadurch wird eine direkte Beurteilung der Präparationsqualität ermöglicht, so dass Fehler wie unzureichend freigelegte Präparationsränder bereits während der Aufnahme erkannt und korrigiert werden können [Revilla-Leon, 2023; Alkadi, 2023]. Ergänzend erzm116 Nr. 12, 16.06.2026, (1010) Dr. med. dent. Anne Garling Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel, Klinik für Zahnmedizinische Prothetik Arnold-Heller-Str. 3, Haus B, 24105 Kiel Foto: UKSH Kiel Dr. med. dent. Merlind Becker-Schönfeldt Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel, Klinik für Zahnmedizinische Prothetik Arnold-Heller-Str. 3, Haus B, 24105 Kiel Foto: UKSH Kiel Lukas Geier Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel, Klinik für Zahnmedizinische Prothetik Arnold-Heller-Str. 3, Haus B, 24105 Kiel Foto: MARCUS BERENDES Prof. Dr. med. dent. Maximiliane Amelie Schlenz, M.Sc. Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel, Klinik für Zahnmedizinische Prothetik Arnold-Heller-Str. 3, Haus B, 24105 Kiel maximiliane.schlenz-helmke@uksh.de Foto: UKSH Kiel EMPFEHLUNGEN DER LEITLINIE „INTRAORALSCAN IN DER ZAHNMEDIZIN“ Intraorale Scansysteme weisen gegenüber konventionellen Abformverfahren potenzielle Vorteile im Hinblick auf die unmittelbare Verfügbarkeit dreidimensionaler Datensätze, die direkte visuelle Qualitätskontrolle, die Möglichkeit selektiver Nachscans sowie die digitale Weiterverarbeitung und Datenübermittlung auf. Durch die Reduktion analoger Zwischenschritte – Abformtransport, Modellherstellung und laborseitige Digitalisierung – können prozessbedingte Fehlerquellen minimiert und digitale Workflows standardisiert werden. Des Weiteren übersteigt der Informationsgehalt digitaler Abformungen bei zahlreichen derzeit verfügbaren Intraoralscansystemen den konventioneller analoger Abformungen, da zusätzlich zur dreidimensionalen Erfassung der klinischen Situation weitere funktionelle und diagnostische Informationen generiert werden können. Hierzu zählen beispielsweise die Registrierung der statischen Okklusion sowie systemabhängig unterstützende Funktionen zur Kariesdetektion. Relevante Limitationen ergeben sich aus der erheblichen Heterogenität der verfügbaren Systeme hinsichtlich technischer Prinzipien, Genauigkeit, Softwarearchitektur, Schnittstellen, Datenformaten und klinischer Indikationsbreite. Eine allgemeingültige, indikationsunabhängige Bewertung intraoraler Scanverfahren ist daher nur eingeschränkt möglich. Zudem unterliegen Scantechnologien, Postprocessing und digitale Schnittstellen einer raschen Weiterentwicklung, so dass Aussagen zur Leistungsfähigkeit einzelner Systeme häufig nur eine Momentaufnahme darstellen. Die wissenschaftliche Evidenz, insbesondere zur Genauigkeit, Indikationsbreite und klinischen Bewährung neuer Systeme und Applikationen, ist daher teilweise begrenzt oder erst zeitlich verzögert verfügbar. AutorInnen: Miriam Ruhstorfer, PD Dr.TobiasGraf, Prof. Dr. Jan-Frederik Güth Leitlinie: DGCZ, DGZMK: „Intraoralscan in der Zahnmedizin“, Langversion 1.0, 2025, AWMFRegistriernummer: 083-049, https:// register.awmf.org/de/leitlinien/ detail/083-049. STATEMENT 3 (NEU/2025) Bei der Anwendung von Intraoralscannern gelten dieselben Anforderungen an die Ergebnisqualität der Arbeitsunterlagen wie für analoge Abformungen. Abstimmung 28/1/1 (ja, nein, Enthaltung) starker Konsens KONSENSBASIERTES STATEMENT 1 (NEU/2025) Für die Bewertung der Einsatzmöglichkeiten von Intraoralscannern spielen die Weiterverarbeitungsmöglichkeiten der erfassten Daten und die Konsistenz der Workflows eine entscheidende Rolle. Abstimmung: 27/0/0 (ja, nein, Enthaltung) starker Konsens
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