Zahnaerztliche Mitteilungen Nr. 12

TITEL | 63 zm116 Nr. 12, 16.06.2026, (1017) EMPFEHLUNGEN DER LEITLINIE „INTRAORALSCAN IN DER ZAHNMEDIZIN“ Die Genauigkeitsanforderungen intraoraler Scandaten sind indikationsabhängig und erfordern insbesondere im Hinblick auf zahngetragene Einzelrestaurationen, die Aufnahme größerer Kieferabschnitte, implantatgetragene Versorgungen, die Versorgbarkeit teil- oder unbezahnter Patienten sowie die digitale Kieferrelationsbestimmung einer kritischen Auseinandersetzung. Für Einzelzahnrestaurationen und kurzspannige Brücken zeigen digitale Abformungen überwiegend eine mit konventionellen Verfahren vergleichbare Genauigkeit, wobei die finale Passung durch präparations-, scan-, software- und fertigungsbezogene Faktoren beeinflusst wird. Mit zunehmender Scanspanne nimmt die Genauigkeit tendenziell ab, so dass Ganzkieferscans, ausgedehnte zahnlose Bereiche und bewegliche Schleimhautareale weiterhin als kritisch zu bewerten sind. Bei implantatgetragenen Einzelkronen und kurzspannigen Brücken erscheint die digitale Abformung klinisch etabliert, während für großspannige oder verblockte Implantatversorgungen weiterhin nur eine eingeschränkte klinische Evidenz vorliegt. Die digitale statische Kieferrelationsbestimmung ist vor allem bei kleineren Versorgungen anwendbar, weist jedoch bei zunehmender Scanausdehnung Limitationen auf. Für herausnehmbaren Zahnersatz bleibt die Datenlage heterogen; insbesondere funktionelle Weichgewebeparameter und randbildende Strukturen begrenzen derzeit die Anwendung, sodass der Intraoralscan in der Totalprothetik die konventionelle Funktionsabformung bislang nicht ersetzen kann. AutorInnen: Miriam Ruhstorfer, PD Dr. Tobias Graf, Prof. Dr. Jan-Frederik Güth Leitlinie: DGCZ, DGZMK: „Intraoralscan in der Zahnmedizin“, Langversion 1.0, 2025, AWMF-Registriernummer: 083-049, https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/083-049. STATEMENT 7 (NEU/2025) Für restaurative Zwecke ist die Genauigkeit des verwendeten Intraoralscanners im Hinblick auf die Scanspanne von besonderer Bedeutung. Abstimmung: 26/0/0 (ja, nein, Enthaltung) starker Konsens STATEMENT 8 (NEU/2025) Die Genauigkeit der aktuellen Intraoralscanner ist für die Anfertigung von zahn- und implantatgetragenem Einzelzahnersatz mit analogen Methoden vergleichbar. Abstimmung: 25/0/1 (ja, nein, Enthaltung) starker Konsens KONSENSBASIERTES STATEMENT 12 (NEU/2025) Je weitspanniger die Brückenrestauration ist, desto eher muss mit Ungenauigkeiten im Scan gerechnet werden. Abstimmung: 25/0/0 (ja, nein, Enthaltung) starker Konsens STATEMENT 10 (NEU/2025) Die Genauigkeit der aktuellen Intraoralscanner ist für die Anfertigung von kurzspannigen zahn- und implantatgetragenen Brückenrestaurationen mit analogen Methoden vergleichbar. Abstimmung: 26/0/1 (ja, nein, Enthaltung) starker Konsens STATEMENT 13 (NEU/2025) Je mehr Restzähne und je mehr okkludierende Zahnpaare in den Stützzonen vorhanden sind, desto eher ist die Indikation für die Anwendung eines Intraoralscans für herausnehmbaren Zahnersatzes gegeben. Abstimmung: 25/0/1 (ja, nein, Enthaltung) starker Konsens STATEMENT 15 (NEU/2025) Der digitale Workflow zur rein digitalen Fertigung von herausnehmbarem Zahnersatz auf Basis eines Intraoralscans ist indikationsbezogen im zahnarztlichen und zahntechnischen Zusammenspiel aktuell noch nicht komplettiert. Abstimmung: 26/0/0 (ja, nein, Enthaltung) starker Konsens STATEMENT 14 (NEU/2025) Größere zahnlose Areale im teilbezahnten Gebiss gehen beim intraoralen Scannen mit einer geringeren Genauigkeit und meist höheren Komplexität des Vorgehens einher. Abstimmung: 25/0/1 (ja, nein, Enthaltung) starker Konsens STATEMENT 16 (NEU/2025 Eine funktionell orientierte Abformung zur Anfertigung einer Totalprothese ist mit den heute verfügbaren Intraoralscannern nicht möglich. Abstimmung: 25/0/0 (ja, nein, Enthaltung)) starker Konsens

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