64 | TITEL [Yuan et al., 2026]. Teilweise zeigen sich auch große Unterschiede zwischen den einzelnen Scansystemen. Genauigkeit bei Einzelzahnrestaurationen Der klinisch am besten untersuchte Anwendungsbereich intraoraler Scanner ist die digitale Abformung einzelner präparierter Zähne. Zahlreiche In-vitro- und klinische Studien zeigen, dass digitale Abformungen in diesem Indikationsbereich eine mit konventionellen elastomeren Materialien vergleichbare und teilweise sogar höhere Genauigkeit erreichen [Güth, 2017]. Im direkten Vergleich weisen Kronen, die auf Basis digitaler Abformungen hergestellt wurden, vergleichbare oder sogar bessere marginale Passungen auf als konventionell gefertigte Restaurationen. Zusätzlich bieten digitale Verfahren Vorteile hinsichtlich des Patientenkomfort, des Zeitaufwands und der Reproduzierbarkeit der Abformung. Der erste Schritt zu einer qualitativ hochwertigen Abformung beginnt – sowohl im digitalen als auch im analogen Workflow – bereits bei der Präparation. Eine klar definierte Präparationsgrenze, die vollständig und meist durch Retraktionsmaßnahmen frei von Sekreten dargestellt wird, ist entscheidend für die korrekte marginale Passgenauigkeit (Abbildung 1) [Chiu, 2020]. Außerdem sind für die Gesamtpassung auch die axiale sowie die okklusalen beziehungsweise inzisalen Flächen von Bedeutung. Mit der zunehmenden Verwendung zahnfarbener Restaurationsmaterialien haben sich keramikgerechte, abgerundete Präparationen ohne scharfe Kanten etabliert, die den Intraoralscan erleichtern. Grundsätzlich gilt: Es kann nur das mit dem Intraoralscanner erfasst werden, was auch visuell einsehbar ist. Schon während des Zahnmedizinstudiums liegt der Fokus auf dem Erlernen korrekter Präparationstechniken zur Erzielung adäquater Retentions- und Widerstandsformen. In der Praxis erfolgt die Rückmeldung zum Präparationsdesign meist erst durch das zahntechnische Labor – und häufig nur dann, wenn auf Basis der Abformung kein Zahnersatz hergestellt werden kann. In der klinischen Mundsituation ist es eine Herausforderung, manuell eine ausreichende Retentions- und Widerstandsform sowie einen parallelen Einschub präzise herzustellen und zu beurteilen. Studien zeigen, dass die beobachteten durchschnittlichen Präparationswinkel zirkulärer Vollkronen bei Oberkiefermolaren 22° und bei Unterkiefermolaren 27° betragen, was zm116 Nr. 12, 16.06.2026, (1018) Dr. med. dent. Anne Garling Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel, Klinik für Zahnmedizinische Prothetik Arnold-Heller-Str. 3, Haus B, 24105 Kiel Foto: UKSH Kiel Dr. med. dent. Merlind Becker-Schönfeldt Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel, Klinik für Zahnmedizinische Prothetik Arnold-Heller-Str. 3, Haus B, 24105 Kiel Foto: UKSH Kiel Lukas Geier Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel, Klinik für Zahnmedizinische Prothetik Arnold-Heller-Str. 3, Haus B, 24105 Kiel Foto: MARCUS BERENDES Prof. Dr. med. dent. Maximiliane Amelie Schlenz, M.Sc. Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel, Klinik für Zahnmedizinische Prothetik Arnold-Heller-Str. 3, Haus B, 24105 Kiel maximiliane.schlenz-helmke@uksh.de Foto: UKSH Kiel Abb. 2: Exemplarische Darstellung einer in die Scannersoftware integrierten Präparationsanalyse (Primescan AC, Dentsply Sirona) bei einer Brückenpräparation mit der Kontrolle von Unterschnitten (a), der Einschubrichtung (b) und des Abstand zum Antagonisten (c und d) a c d b
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