Zahnaerztliche Mitteilungen Nr. 12

TITEL | 65 langfristig Misserfolge prothetischer Restaurationen begünstigen kann [Güth et al., 2013]. Analoge Hilfsmittel wie Abformungen, Modelle oder Parallelometer sind zwar nützlich, im Praxisalltag jedoch oft zu zeitaufwendig. Moderne Intraoralscanner bieten hingegen häufig integrierte Funktionen zur Präparationsanalyse: Die Einschubrichtung, der Abstand zum Antagonisten, Unterschnitte und die Oberflächenbeschaffenheit lassen sich schnell und direkt überprüfen (Abbildung 2). Bereits am Behandlungsstuhl können die notwendige Schichtstärke beurteilt, Umplanungen visualisiert und gemeinsam mit der Patientin oder dem Patienten diskutiert werden. Dies reduziert den Abstimmungsaufwand mit dem Labor, schont Zahnhartsubstanz und stärkt Vertrauen sowie in der Folge die Patientenbindung [Piedra-Cascon, 2021; Angelone, 2023]. Vor diesem Hintergrund gelten digitale Abformungen für Einzelzahnversorgungen und kurzspannige Brückenversorgungen heute als klinisch etabliert [Hasanzade, 2019; 2021]. In vielen Praxen haben Intraoralscanner die konventionelle Abformung in diesem Indikationsbereich weitestgehend ersetzt. Moderne Intraoralscanner ermöglichen heute sogar in der minimalinvasiven Adhäsivprothetik die Umsetzung eines volldigitalen Workflows: So wurde beispielsweise in unserer Klinik bei einer 43-jährigen Patientin nach kieferorthopädischer Therapie zur Korrektur einer Mittellinienverschiebung die Schaltlücke des fehlenden Zahnes 13 mittels Seitenzahnadhäsivbrücke versorgt. Der Zahn 14 wurde minimalinvasiv rein schmelzbegrenzt präpariert, das Brückengerüst digital konstruiert und die Durchdringung des Pontic gemeinsam mit dem zahntechnischen Labor festgelegt (Abbildung 3). Unabhängig davon, ob Restaurationen im Chairside- oder im Labside-Workflow hergestellt werden, hängt die Passgenauigkeit jedoch nicht allein zm116 Nr. 12, 16.06.2026, (1019) Abb. 3: Versorgung der Schaltlücke 13 mit einer Seitenzahnadhäsivbrücke: a: Ausgangssituation b: minimalinvasive Präparation Zahn 14 c und d: CAD-Design des Brückengerüsts (Exocad) mit Visualisierung der Durchdringung des Pontics synchron und ortsunabhängig gemeinsam mit dem zahntechnischen Labor e: vestibulärer verblendete, unter Erhalt der Funktionsflächen in hochfester, monolithischer 3Y-TZP-Zirkoniumdioxidkeramik mit MDP-haltigem Befestigungskomposit unter absoluter Trockenlegung eingegliederte Seitenzahnadhäsivbrücke Fotos: Zahnmedizinische Prothetik, CAU Kiel n 2008–2013: Studium der Zahnheilkunde, Universität Gießen n 2015: Promotion, Justus-LiebigUniversität Gießen n 2017–2019: Master „Zahnmedizinische Prothetik“, Universität Greifswald n 2018: Spezialist DGPro (Zahnärztliche Prothetik) n 2021: Habilitation, Venia Legendi, Privatdozent und Ernennung zum Oberarzt, Zahnärztliche Prothetik, Universitätsklinikum Gießen n bis 2024: Wissenschaftliche Tätigkeit, Zahnärztliche Prothetik, Universitätsklinikum Gießen n 2023: Ruf auf W3-Professur für Zahnärztliche Prothetik und Werkstoffkunde, Universitätsmedizin Rostock n seit 2023: Angestellter Zahnarzt in Mölln n seit 2024: Oberarzt, Klinik für Zahnmedizinische Prothetik, Universitätsklinikum SchleswigHolstein, Campus Kiel n 2025: Umhabilitation und Venia Legendi, ChristianAlbrechts-Universität zu Kiel PD Dr. med. dent. Alexander Schmidt, M. Sc. Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel, Klinik für Zahnmedizinische Prothetik, Arnold-Heller-Str. 3, Haus B, 24105 Kiel Foto: UKSH Kiel a c e d b

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