PRAXIS | 79 „PregDenti soll den werdenden Familien aller sozialen Schichten und Kulturen Informationen auf speziellen Internetseiten zum Themenkomplex Zahnhygiene bieten und sowohl theoretisch als auch praktisch nach den neusten wissenschaftlichen Standards aufklären“, erklärt Klekamp. Chat-Angebote, Online- und Face-to-face-Beratungen sollten das Angebot abrunden. Wie ging es weiter? Das Projekt sollte an der Basis bei Hebammen, Zahnärzten und Gynäkologen starten. Bisher konnte es allerdings nicht realisiert werden. „Da ich Hebamme und Pflegemanagerin und keine Zahnärztin bin, habe ich keinen Zugang zu Demo- und Informationsmaterial erhalten. Auch konnten mir leider keine geeigneten Fortbildungen zum Thema Zahngesundheit bei Schwangeren angeboten werden, da mir auch hier der Zugang als Zahnärztin fehlte. Andere Organisationen stellten alle Weiterbildungen wegen Corona ein“, sagt Klekamp. Sie wünscht sich von den Organisationen mehr Unterstützung und Offenheit und von den Akteuren an der Basis mehr Mut, gemeinsam neue Wege zu gehen. „Zahnmedizin plus Pädagogik“ 2019 wurden die Zahnärztin Houma Kustermann und die Gesundheitspädagogin Sybille van Os-Fingberg für ihr Praxiskonzept „Zahnmedizin plus Pädagogik“ geehrt. Das Raumkonzept beinhaltet ein Mundgesundheitszentrum für Coaching, Beratung und Training, ein fünfstufiges Rehabilitationskonzept für unter 6 Jahre alte Kariesrisikokinder und deren Eltern sowie ein Schulungskonzept für die Mitarbeitenden. Das Ziel: Patienten zu befähigen, den Wert der Mundgesundheit zu erkennen, und damit ein Leitbild für eine lebenslange Mundhygiene zu geben. Das Praxiskonzept ist auf alle Fachbereiche der Zahnmedizin adaptierbar, die eine Verhaltensänderung und/oder intensive Patientenmitarbeit benötigen. „Das Konzept trägt dazu bei, Mundgesundheitsförderung stärker aus der Perspektive der Kinder und Familien zu betrachten. Prävention sollte nicht nur erklärt, sondern erlebbar gemacht werden. Kinder werden spielerisch angesprochen, Eltern im Coaching begleitet und darin bestärkt, eigene, für ihre Familien passende Lösungen zu entwickeln. Die Praxisteams erhalten dafür konkrete Methoden, die sie unmittelbar in ihrem Berufsalltag einsetzen können“, erklärt van Os-Fingberg. Wie ging es weiter? In den Jahren 2020 bis 2022 war die weitere Umsetzung des Präventionskonzepts durch die Pandemie stark eingeschränkt. Danach wurde der Faden wieder aufgenommen und das Konzept inhaltlich und methodisch deutlich erweitert, berichtet van Os-Fingberg. „Neben Mundhygiene und klassischer Prophylaxe stehen heute vor allem Ernährung, Elternarbeit, Erziehermotivation, Sprache, Vertrauensbildung, kulturelle Vielfalt und soziale Teilhabe im Mittelpunkt." Das von ihr entwickelte dreiteilige Schulungskontinuum „Mundgesundheitspädagogik“ bietet sie inzwischen bundesweit an. Es richtet sich an Zahnärztinnen und Zahnärzte, Prophylaxe-Fachkräfte und Mitarbeitende der Gruppenprophylaxe. „Die große Nachfrage nach meinen Schulungen zeigt, dass ein großer Bedarf an pädagogischen, kommunikativen und kultursensiblen Ansätzen besteht“, bilanziert van Os-Fingberg. LL zm116 Nr. 18, 16.09.2026, (1417) v.l.: Prof. Dr. Dietmar Oesterreich (BZÄK), die Preisträgerinnen Houma Kustermann und Sybille van Os-Fingberg sowie Dr. Marianne Gräfin Schmettow (CP GABA) bei der Preisübergabe 2019 Foto: Michelle Spillner, CP GABA „DER AWARD VERSCHAFFT KLEINEN UND GROẞEN PROJEKTEN SICHTBARKEIT“ „Gemein ist allen Auslobungen der letzten zehn Jahre, dass für große und kleine Projekte und Arbeitsgruppen die öffentliche Aufmerksamkeit stark erhöht werden konnte. Dadurch wurden erfolgreich Impulse für die Fortsetzung der jeweiligen Projekte gegeben. Dem ausgelobten Award kommt damit eine wichtige Rolle bei der Implementierung oder Verstetigung verschiedener Initiativen zu. Er trägt dazu bei, Gruppen mit erhöhtem präventiven Versorgungsbedarf besser zu erreichen und zu versorgen." Prof. Dr. Ulrich Schiffner, Zahnarzt und von 2015 bis 2022 Jurymitglied
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