Zahnaerztliche Mitteilungen Nr. 19

32 | PRAXIS FALSCHE STELLENANZEIGEN IN DER DENTALBRANCHE Achtung vor fingierten Job-Annoncen! Eine gefälschte Stellenanzeige muss heutzutage nicht mehr schlecht gemacht aussehen. Betrüger können die Namen echter Zahnarztpraxen verwenden, deren Logo übernehmen und Informationen von der Praxis-Website kopieren. Die Bewerber werden so zu falschen Anzeigen gelockt, um sie auszunehmen – und die Praxen fürchten durch den Identitätsmissbrauch um ihren Ruf. Die Verbraucherzentrale warnte erst kürzlich wieder vor gefälschten Stellenanzeigen und den damit verbundenen Betrugsrisiken: Die (vermeintlichen) Jobangebote werden immer professioneller und täuschen mit echten Informationen. Das Ziel: Daten, Identitäten – und Geld. Gefälschte Stellenanzeigen kommen längst nicht mehr schlecht gemacht daher. „Deshalb würde ich mich nicht darauf verlassen, dass die Praxis, die diese Anzeige vermeintlich geschaltet hat, tatsächlich existiert“, warnt René Ramcke, Personalexperte und Geschäftsführer von rankingdocs. Sein Unternehmen, das sich auf die Vermittlung von Personal in Arzt- und Zahnarztpraxen spezialisiert hat, versucht derzeit, beide Seiten – Bewerber und Praxen – für die Fake-Anzeigen zu sensibilisieren. Misstrauisch sollte man laut Ramcke insbesondere dann werden, wenn die Kommunikation sehr schnell auf WhatsApp, Telegram oder andere Messenger verlagert wird. „Und wenn praktisch ohne richtiges Bewerbungsgespräch eine Zusage erfolgt oder ungewöhnlich früh sensible persönliche Daten verlangt werden.“ Beispielsweise Ausweiskopien, Bankdaten oder die Aufforderung, sich über VideoIdent zu legitimieren. Bewerber sollten heutzutage Stellenanzeigen überprüfen Ein weiteres deutliches Warnsignal: Der Bewerber soll Geld bezahlen, etwa für Schulungen, Software, Arbeitsmaterialien oder eine angebliche Registrierung. Ebenso ungewöhnlich sei es, wenn man im Rahmen eines vermeintlichen Jobs ein Konto eröffnen, Zahlungen entgegennehmen oder Geld weiterleiten soll, stellt Ramcke klar. „Mein wichtigster Rat ist deshalb: Nicht nur prüfen, ob es die Zahnarztpraxis gibt, sondern klären, ob diese konkrete Praxis diese konkrete Stelle tatsächlich ausgeschrieben hat. Im Zweifel ruft man die Praxis über die Telefonnummer auf ihrer offiziellen Website an und nicht über eine Telefonnummer, die einem der vermeintliche Recruiter geschickt hat.“ Im Fokus gefälschter Stellenanzeigen sind zuerst die Bewerberinnen und Bewerber. Beim derzeitigen Fachkräftemangel kann ein besonders attraktives Angebot glaubwürdig wirken: Versprochen werden ein überdurchschnittliches Gehalt, flexible Arbeitszeiten, wenige Stunden, eine schnelle Foto: Tarek - stock.adobe.com zm116 Nr. 19, 01.10.2026, (1466)

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