Zahnaerztliche Mitteilungen Nr. 19

68 | ZAHNMEDIZIN Erfolg der Versorgung, da regelmäßige Kontrolltermine während der orthodontischen Bewegung notwendig sind. Und während der aktiven Extrusionsphase wirkt sich eine Lücke negativ auf das ästhetische Erscheinungsbild der Zahnreihe aus [Bruhnke et al., 2022]. Kontraindikationen Hyperzementosen, Ankylosen und vertikale Frakturen werden als Kontraindikationen für eine Extrusion angesehen [Simon, 1984]. Bei der Behandlung von Molaren kann eine mögliche prospektive Furkationsbeteiligung nach Extrusion eine Limitation darstellen. Darüber hinaus muss für eine erfolgreiche koronale Bewegung des Zahnes ein ausreichender interokklusaler Abstand vorhanden sein. In einigen klinischen Situationen kann die antagonistische oder approximale Stellung der umgebenden Zähne eine Extrusion beeinträchtigen. Aus diesem Grund ist vor der Behandlung eine präzise Analyse der Platzverhältnisse indiziert. Weitere Kontraindikationen für eine Extrusion sind eine unzureichende Zahnhartsubstanz für die Retention einer Kronenversorgung nach Extrusion und eine unzureichende parodontale Unterstützung bei Zähnen mit stark komprimittierter Knochenverankerung; ebenso eine unzureichende Compliance und eine mangelnde Mundhygiene. Die häufigste Art der Komplikation während der Extrusionstherapie selbst ist ein adhäsives Versagen der Extrusionsapparatur. Deshalb sind engmaschige Kontrollen erforderlich. Zudem ist nach der Therapie eine lebenslange Retention dringend zu empfehlen, da ein Rezidiv in Form einer Intrusion die häufigste Komplikationsart nach der Behandlung darstellt. Techniken im Überblick Die Extrusion ist als eine koronale Bewegung des Zahnes aus dem Alveolarfach in Richtung der Okklusionsebene definiert. Für die klinische Umsetzung stehen unterschiedliche Verfahren zur Verfügung. Grundsätzlich lassen sich dabei chirurgische und kieferorthopädische Methoden unterscheiden. zm116 Nr. 19, 01.10.2026, (1502) Abb. 1: Das initiale diagnostische Röntgenbild zeigt einen endodontisch behandelten Zahn mit einem Stiftaufbau und einem frakturierten Aufbau. Abb. 2: initiale klinische Situation eines tief zerstörten Zahnes Abb. 3: klinische Ausgangssituation in okklusaler Ansicht Abb. 5: Als Widerlager dient ein glasfaserverstärkter Kompositstift, der mithilfe der Adhäsivtechnik an den Nachbarzähnen befestigt ist. Abb. 6: Kontrolle des Abstands für die Extrusion Abb. 4: Befestigung des Stifts auf der Wurzeloberfläche in orovestibulärer Richtung und Befestigung von Unterschnitten jeweils palatinal und vestibulär Fotos: Maria Bruhnke, Charité

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