32 | TITEL ATMOSPHÄRE, GESPRÄCHSFÜHRUNG, FRAGETECHNIKEN Ein Bewerbungsgespräch braucht Struktur In erster Linie geht es darum, sich kennenzulernen: Ist die Verbindung arbeitstechnisch ein Match? Passt der Kandidat ins Team und zur Unternehmenskultur? Und ja: Stimmt die Chemie? Wie Sie Bewerbungsgespräche so führen, dass Sie am Ende kompetent entscheiden können, zeigt Dr. Anke Handrock, Expertin für Team-Führung. 1. Die Vorbereitung Welche Rahmenbedingungen sind die Voraussetzung für gute Bewerbungsgespräche? Je klarer definiert ist, welche Arbeit und welche Rolle die einzustellende Person übernehmen soll, desto gezielter kann die Suche nach der geeigneten Person stattfinden. Als Expertin und Coach für Team-Führung rät Handrock daher, die Stelle vorab möglichst konkret zu beschreiben. Dazu gehört auch, welche Kompetenzen man in welchen Gehaltsrahmen einordnen will. Für die Bewerber sind nachvollziehbare Entgeltkriterien selbstverständlich ebenso wichtig. Ein weiterer Rat ist, ebenfalls vorab die Kompetenzen für die Stelle möglichst genau und systematisch zu beschreiben. „Denn allgemeine Formulierungen wie ‚belastbar‘ oder ‚teamfähig‘ kann jeder Bewerber letztendlich interpretieren, wie er möchte. Und natürlich wird sie oder er sich bei entsprechenden Fragen auch in einem möglichst positiven Licht zeigen“, so Handrock. Wenn man mehrere Bewerber einlädt, ist eine Frageliste nützlich, die an alle Personen aus der Praxis, die am Gespräch teilnehmen werden, ausgegeben wird. Diese dient zum einen als Gesprächsleitfaden, zum anderen hilft sie später im Nachgang beim Vergleich der Bewerber. Sinnvoll sei es, die Bewertung der Antworten mit eindeutigen Kriterien im Vorfeld festzulegen, empfiehlt die Expertin. Umgekehrt sollten sich selbstverständlich auch Bewerber im Klaren sein, welche Stelle sie wollen und was ihre Erwartungen und Wünsche an deren Ausgestaltung sind. Sie könnten ebenso eine Liste erstellen, anhand der sie verschiedene Arbeitgeber nach den Gesprächen (oder gegebenenfalls nach dem Probearbeiten) übersichtlich miteinander vergleichen können, erklärt Handrock. „Bei der Bewertung spielen dann natürlich das Gehalt und die zeitlichen Rahmenbedingungen eine wichtige Rolle – allerdings sollten das nicht die einzigen Faktoren sein. Fragen, beispielsweise wie man sich im Team langfristig fühlen würde, welche Aufstiegschancen und Entwicklungsmöglichkeiten es gibt, wie das allgemeine Klima ist, welcher Führungsstil gelebt wird, ob dieser zu den eigenen Ideen und Wünschen passt, all das sind weitere wichtige Faktoren, die in solch einer Vergleichsliste Platz finden sollten.“ „Beschreiben Sie doch mal eine Situation, in der die Behandlung anders lief, als Sie das eigentlich geplant hatten. Wie haben Sie sich entschieden? Was haben Sie gemacht?“ Foto: Jacob Lund Photography - stock.adobe.com zm116 Nr. 21, 01.11.2026, (1658)
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