48 | GESELLSCHAFT AUFTAKT DES CAMPUS FÜR FREIBERUFLICHKEIT UND SELBSTVERWALTUNG Inside Standespolitik – kennenlernen, verstehen, mitgestalten Im September startete der erste Jahrgang des „Campus für Freiberuflichkeit und Selbstverwaltung“ mit einer Auftaktveranstaltung in Lindau. Interessierte junge Zahnärztinnen und Zahnärzte haben dort die Möglichkeit, die Strukturen der Selbstverwaltung näher kennenzulernen und gleichzeitig mehr zur konkreten – eigenen – Mitgestaltung zu erfahren. Das gemeinsame Nachwuchsprogramm der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg (KZV BW) und der Landeszahnärztekammer Baden-Württemberg (LZK BW) läuft im Pilot-Jahrgang bis Juli 2027. Gleich zu Beginn in der Vorstellungsrunde zeigte sich das gemeinsame Interesse: Alle möchten die Zuständigkeiten innerhalb der Selbstverwaltung besser verstehen, Einblicke in die Standespolitik gewinnen und erfahren, wie sie eigene Ideen einbringen können. Deutlich wurde gleich, dass die Strukturen selbst für erfahrene Zahnärzte nicht immer leicht zu durchschauen sind. „Viele möchten zunächst die Zusammenhänge verstehen, um anschließend aktiv mitzugestalten“, berichtet Cornelia Schwarz, Leiterin des Informationszentrum Zahn- und Mundgesundheit Baden-Württemberg (IZZ), die die Auftaktveranstaltung begleitete. Der Wunsch, Einsicht in die berufspolitischen Abläufe zu gewinnen, eigene Impulse einzubringen und etwas zu bewegen, zog sich daher durch die Beiträge. Was die Standespolitik mit dem Praxisalltag zu tun hat Den inhaltlichen Auftakt übernahm Dr. Torsten Tomppert, Vorsitzender des Vorstands der KZV und Präsident der LZK Baden-Württemberg. Unter der Überschrift „Big Picture Standespolitik“ spannte er den Bogen von den Aufgaben der beiden Körperschaften über die Zusammenarbeit mit Krankenkassen und Politik bis zu aktuellen gesundheitspolitischen Entscheidungen. Ihm ging es vor allem darum, sichtbar zu machen, was im Praxisalltag häufig im Hintergrund bleibt: Auf welcher Ebene werden Entscheidungen getroffen? Wer verhandelt mit wem? Wo können Kammer und KZV Einfluss nehmen und wo liegen die Zuständigkeiten beim Bund? „Gerade diese Zusammenhänge sorgten anschließend für Gesprächsstoff. Die Teilnehmenden zeigten sich überrascht von der Vielzahl der Ebenen, den politischen Hintergründen und davon, wie unmittelbar Entscheidungen aus Berlin den Praxisalltag beeinflussen können“, so Schwarz. Am Beispiel des diskutierten Fachzahnarztvorbehalts in der Kieferorthopädie erläuterte Tomppert die Grenzen landespolitischer Einflussmöglichkeiten: Entscheidungen auf Bundesebene ließen sich nicht ohne Weiteres auf Landesebene korrigieren. Für die Teilnehmenden war dies ein anschauliches Beispiel dafür, warum berufspolitische Foto: Cornelia Schwarz_IZZ zm116 Nr. 21, 01.11.2026, (1674)
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