ZAHNMEDIZIN | 51 zm116 Nr. 21, 01.11.2026, (1677) Im ersten Fortbildungsteil zum Intraoralscanner (zm 12/2026 und zm 13/2026) haben wir eine ehrliche Bestandsaufnahme versucht: Was funktioniert heute wirklich digital, und wo liegen die Grenzen? Dieser zweite Teil führt in Pflegeheime, in den OP, in die Kieferorthopädie und zur ästhetischen Planung – dorthin, wo der Scan mehr leisten muss als eine Abformung. Ramona Schweyen, Jeremias Hey und Frank Poerschke führen uns ans Bett pflegebedürftiger Menschen. Gut jeder zweite pflegebedürftige ältere Mensch ist zahnlos, und gerade sie kommen nicht mehr zu uns in die Praxis. Den Funktionsrand des zahnlosen Kiefers erfasst der Scanner bis heute nicht zuverlässig, das sagen die Autorinnen und Autoren offen. Aber die vorhandene Prothese als Referenz zu scannen, die Daten sicher ins Labor zu schicken und erst zur Anprobe wiederzukommen – das erspart alten Menschen Wege, Stress und manche unwürdige Situation. Peer Kämmerer, Sebastian Pietzka und Diana Heimes zeigen, wie der Scan in der Oral- und in der MKG-Chirurgie zur Brücke zwischen Zahnreihe und Knochen wird. Die Grenzen benennen sie erfrischend nüchtern: Blut, Speichel und eine eingeschränkte Mundöffnung treffen ausgerechnet die, die operiert werden müssen. Alexey Unkovskiy und sein Team zeigen, wie Smile Design den Patienten selbst an den Planungstisch holt. Wer sein künftiges Lächeln sieht, bevor ein einziger Zahn beschliffen wird, kann mitentscheiden, statt nur zuzustimmen. Wichtig ist den Autoren dabei die Reihenfolge: digital planen, klinisches Mock-up prüfen, korrigieren – und erst dann definitiv umsetzen. Björn Ludwig schließlich erinnert uns aus kieferorthopädischer Sicht an eine einfache Wahrheit: Die erforderliche Genauigkeit wird durch die Anwendung bestimmt, nicht durch die Zahl im Prospekt. Und „kompatibel“ ist noch lange nicht „integriert“: Die Daten müssen ohne Medienbruch in der Patientenakte ankommen. Was mir an allen Beiträgen besonders gefällt, ist die Haltung dahinter. Niemand verspricht, dass der Scanner alles kann. Aber alle zeigen, dass er dort, wo wir ihn klug einsetzen, die Behandlung besser macht: weniger Würgen, weniger Wege, mehr Mitsprache. Vielleicht ist das der eigentliche Fortschritt. Nicht der schnellere Scan, sondern der Moment, in dem ein Säugling in seiner Babyschale einfach ruhig liegen bleiben darf. Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Lesen. Und natürlich auch beim Scannen. Ihr Florian Beuer ALLE BEITRÄGE DER FORTBILDUNG zm21/2026 Von der Datenerhebung bis zur digitalen Fertigung: Totalprothetik im mobilen Einsatz Vom Scan zum Operationsplan: IOS in Oralund MKG-Chirurgie zm22/2026 IOS in der Kieferorthopädie: Längst Alltag – und trotzdem nicht banal Der Intraoralscan im Kontext von virtuellem Patienten und Smile Design Florian Beuer Foto: Privat acurata GmbH & Co. KGaA | +49 8504 9117-15 | verkauf@acurata.de | www.acurata-dental.de Unsere Kronentrenner überzeugen mit innovativer Schneidengeometrie und präzisem Rundlauf. Entwickelt für zuverlässige Trennleistung auch bei harten Legierungen. Jetzt entdecken. FÜR HARTE FÄLLE
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