54 | ZAHNMEDIZIN Schrittfolge im mobilen Setting: 1. Anamnese und Inspektion Ziel: Erfassung bestehender Mängel und Festlegung des Optimierungsbedarfs (Abbildungen 1–3) Sitz und Funktion: Retention, Stabilität (Kippeln/Schaukeln), Randlängen (Über-/Unterextension), Saugeffekt, Haftmittelgebrauch Beschwerden: Druckstellen, Schmerzen, Sprech- und Kauschwierigkeiten, Würgereiz Ausschluss von craniomandibulären Dysfunktionen Okklusion: Abrasionsgrad der Zähne, okklusales Kontaktmuster, habituelle versus zentrische Prothesenokklusion, Festlegen der regelrechten Bisshöhe Ästhetik: Mittellinie, Lachlinie, Sichtbarkeit, Weichgewebsunterstützung; Phonetik Weichgewebsbefund: entzündliche Areale, Schlotterkamm vorliegend, Tuber- und Retromolarregion, Wangen-, Lippen- und Zungenbändchen erkennbar Dokumentation anhand extraoraler Fotos: frontal entspannt, frontal lächelnd, Profil mit eingesetzter Prothese in Okklusion 2. Aufbau der Funktionsränder mit thermoplastischem Abformmaterial Ziel: Wiederherstellung einer funktionsgerechten Basis, Festlegung von Bisshöhe und -lage (Abbildung 4) klare Abzeichnung der Abgrenzung des Übergangs vom „harten“ zum „weichen“ Gaumen im Oberkiefer Zur Verbesserung der Haftung des Abformmaterials sollte ein Haftvermittlermittel verwendet werden. Verbesserung der Retention durch Unterfütterung der Basis korrekte Einstellung der Bisshöhe zentrische Verschlüsselung der Bisslage und der Bisshöhe 3. Scan der Prothesen (extraoral) Ziel: digitale Referenz zur Replikation der Zahnstellung, Okklusionsebene, Vertikale Dimension und Basisgeometrie (Abbildungen 5–7). Oberflächen der Abformungen trocknen bei stark glänzenden Bereichen ein Scanspray verwenden (verringertes Artefakt- und Stitching-Risiko) Scanumfang: komplette Innenfläche der abgeformten Prothesen; Außenfläche, Ränder mit Zahnreihe Für die digitale Replikation kompletter Prothesen sind Markerbasierte Strategien beschrieben, um korrekturbedürftige Aspekte am alten Zahnersatz zu markieren und gegebenenfalls zu korrigieren. Dies könnte zum Beispiel die Bestimmung und die Markierung der neu eingestellten Kieferrelation mithilfe eines Wachsregistrats beinhalten [Poerschke, 2025]. Qualitätscheck: Relation visuell zm116 Nr. 21, 01.11.2026, (1680) Abb. 2: Mit der BDKeyPlane (Merz Dental) werden die Mittellinie, die Okklusionsebene … Abb. 3: … und die Ausrichtung der vorhandenen Okklusionsebene zur Camperschen Ebene ermittelt. Abb. 4: Zur Einstellung der Bisshöhe kann ein geeignetes Material (Wachs, Kerr, Hardbite) verwendet werden. Foto: Ramona Schweyen, Jeremias Hey
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