ZAHNMEDIZIN | 65 chenscan ergänzt die klinisch sichtbare Krone und die Gingivakontur; erst dadurch liegen die Bohr- oder Zugangsschablonen nicht allein auf einer segmentierten Kortikalis auf, deren Profil insbesondere im Zahnbereich artefaktbehaftet ist (Abbildungen 2–4). Und erst der Gingivaverlauf macht aus einer knöchern möglichen eine prothetisch begründete Zielposition. Wie groß der Anteil des Scanners am Endergebnis ist, lässt sich allerdings nicht beziffern: Die Literatur zur Genauigkeit der geführten Implantation misst stets die gesamte Kette aus Bildgebung, Registrierung, Konstruktion, Fertigung und Schablonensitz. Praktisch relevant bleibt die daraus abgeleitete Empfehlung, auch bei geführter Insertion einen Sicherheitsabstand von 2 mm zu Nerven und Nachbarstrukturen einzuhalten [Werny et al., 2025]. Eines kann dagegen ausschließlich der Oberflächenscan: die strahlungsfreie, beliebig wiederholbare Messung von Kontur und Volumen. In einer prospektiven Untersuchung an 13 Patienten mit Einzelzahnlücke in der Oberkieferfront wurde präoperativ, nach simultaner Implantation und horizontaler Augmentation sowie nach zwei, sechs und zwölf Wochen gescannt. Dem Volumenzuwachs von 33,5 mm³ nach zwei Wochen folgte ein Abfall auf 18,1 mm³ nach sechs Wochen und auf 11,8 mm³ nach zwölf Wochen. Am aufschlussreichsten ist der Ort des Verlusts: Einen Millimeter unterhalb des Kieferkamms war der anfängliche Breitengewinn von 1,3 mm nach zwölf Wochen vollständig verschwunden, während er apikal erhalten blieb; vertikal verlor der Kieferkamm bei neun von 13 Patienten an Höhe. Da die Membran ohne Pins oder Tenting Screws fixiert worden war, sehen die Autoren darin ein Argument für eine formstabile Fixation [Kitamura et al., 2025]. Eine solche Verlaufskurve lässt sich mit der DVT weder strahlenhygienisch noch technisch erzeugen. Zu beachten bleibt, dass der Scan die Oberfläche aus Hart- und Weichzm116 Nr. 21, 01.11.2026, (1691) Abb. 3: Planung der Implantatinsertion regio 45 und 47: 3a: IOS-Datensatz Abb. 4: Planung mehrerer Implantate im teilbezahnten Oberkiefer auf Basis der Fusion aus DVT und IOS: Die blau konturierten Körper in den Schnittebenen sind die geplanten Implantate, die gelben Achsen die zugehörigen Bohrrichtungen. Der eingeblendete Oberflächenscan erscheint als dünne blaue Linie entlang der Schleimhaut und in der 3D-Ansicht als hellblauer Körper; er liefert die Schleimhaut- und Zahnkonturen, die aus dem DVT nicht verlässlich segmentiert werden können (Planung & OP: Pietzka). Foto: Sebastian Pietzka 3b: Fusion aus DVT und IOS (Planung: Bjelopavlovic & Heimes, OP: Heimes) Foto: Bjelopavlovic & Heimes a b CME auf zm-online Vom Scan zum Operationsplan: IOS in der Oral- und in der MKG-Chirurgie Für eine erfolgreich gelöste Fortbildung erhalten Sie zwei CME-Punkte der BZÄK/DGZMK.
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