Zahnaerztliche Mitteilungen Nr. 21

ZAHNMEDIZIN | 69 Ablauf in Schwerpunktpraxis undKlinik Die Diagnostik umfasst die klinische Analyse von Mittellinie, Okklusionsebene, Zahn-Lippen-Relation und Kiefergelenk, eine CT oder DVT nach Planungsprotokoll, den intraoralen Scan und wahlweise den Gesichtsscan. Entscheidend ist, dass die zugrunde gelegte Zahnstellung aktuell und eindeutig definiert ist [Freudlsperger et al., 2023; Nastri et al., 2025]. Am Rechner erfolgen die Festlegung der Bezugsebenen, die Simulation der Osteotomien und Zielverlagerungen sowie die Einstellung der Zielokklusion am überlagerten intraoralen Scan. Die Kondylenposition, der Nervenverlauf und der Atemweg werden kontrolliert [Pietzka et al., 2020]. Wird zuerst operiert und erst danach kieferorthopädisch fein eingestellt („surgery first“), muss diese spätere Zahnstellung bereits Teil der Planung sein [Kasper et al., 2025]. Die Umsetzung erfolgt über Splinte, Schablonen und/oder PSI. Alloplastischer Kiefergelenkersatz Indikation und Konstruktion Der totale alloplastische Ersatz des Kiefergelenks ist unter anderem bei endgradiger Gelenkzerstörung, bei Ankylose, nach gescheiterten Voroperationen, nach Tumorresektion, bei ausgewählten Wachstumsstörungen und bei idiopathischer Kondylusresorption etabliert [Neff et al., 2020]. Unterschieden werden konfektionierte und individuell konstruierte Systeme. Letztere werden anhand eines DünnschichtCTs des Patienten geplant (typischerweise circa 0,5 mm). Sie sind vorzuziehen, wenn die Anatomie von der Norm abweicht oder der Gelenkersatz mit einer Lageänderung des Unterkiefers verbunden werden soll [Movahed et al., 2013; Sembronio et al., 2019; Amarista und Perez, 2023]. Virtuell folgen die Kondylektomie sowie die Konstruktion der Fossakomponente (meist aus ultrahochmolekularem Polyethylen) und der Ramus-Kondylus-Komponente aus einer Titanlegierung; bei nachgewiesener Metallunverträglichkeit stehen vollständig titanbasierte Varianten zur Verfügung [Thiem et al., 2026]. Geplant werden außerdem die Schraubenlage und der Nervenverlauf. Metall aus früheren Eingriffen kann das Planungs-CT unbrauchbar und eine Entfernung vor der endgültigen Aufnahme erforderlich machen. Die Zahndarstellung im CT reicht für die okklusale Feinplanung allerdings nicht aus. Deshalb wird der intrazm116 Nr. 21, 01.11.2026, (1695) Abb. 9: Anhand des CT- und IOS-Datensatzes geplante individuelle Kiefergelenkprothese (9a) und die dazugehörigen Säge- und Bohrschablonen (9b) (Planung: Heimes & Kämmerer; Software und Herstellung: KLS Martin Group) Foto: Heimes & Kämmerer a b Rocky. Durchdringt Zirkonoxid und knackt die härteste Krone. Eine neue Ära im Kronentrennen beginnt. 04/2025 · 420667V0 www.kometstore.de Jetzt sichern!

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