Zahnaerztliche Mitteilungen Nr. 21

ZAHNMEDIZIN | 71 zm116 Nr. 21, 01.11.2026, (1697) Operationssaal können das Vorgehen an der lateralen Schädelbasis weiter absichern [Neuhaus et al., 2021]. Fehlerquellen, Grenzen und Kosten Die typischen Fehler sind bekannt und vermeidbar: ein nicht zentrisches Registrat, ein veralteter Datensatz nach weiterer Zahnbewegung, eine unbemerkte Fehlüberlagerung, zum Beispiel bei umfangreichem Zahnersatz [Freudlsperger et al., 2023; Kasper et al., 2025; Nastri et al., 2025]. Wirtschaftlich stehen höhere Kosten für Konstruktion, Schablonen und individuelle Platten einer kürzeren Planungszeit und einer möglicherweise geringeren Revisionswahrscheinlichkeit gegenüber; schon Heufelder und Kollegen nannten die Kosten als Hauptargument gegen einen Routineeinsatz [Heufelder et al., 2017]. Belastbare Rechnungen in Euro je vermiedener Komplikation fehlen allerdings in den meisten Arbeiten [Alkaabi et al., 2022; Lee et al., 2024; Kobravi et al., 2025]. Die Komplexität sollte deshalb aus der Indikation folgen: Für einen ausgewählten dentoalveolären Eingriff kann DVT plus IOS plus Schablone genügen; bei komplexer Asymmetrie oder kombiniertem Gelenkersatz ist der vollständige virtuelle Patient medizinisch und dokumentarisch gut begründet. Die nächste Stufe, also die automatisierte Fusion, Navigation und Augmented Reality, ist publiziert, aber im Alltag der meisten Kliniken und Schwerpunktpraxen noch nicht angekommen [Neuhaus et al., 2021; Joachim und Miloro, 2025]. Wichtiger als die nächste Technologie ist derzeit die Qualitätssicherung der vorhandenen: ein festes Scanprotokoll, dokumentierte Fusion und ein Soll-Ist-Vergleich nach der Operation. Welche Daten optimalerweise beim Chirurgen ankommen Für die überweisende Praxis ist nicht entscheidend, welche Software in der Klinik läuft, sondern ob die Daten verwertbar sind. Das beginnt beim Format: Nahezu jede Planungssoftware liest offene Oberflächenformate (STL, PLY, OBJ) und DICOM-Dateien; bei Hersteller-gebundenen Rohdatenformaten wird es häufig schwierig. Zu empfehlen ist deshalb, beim Export ein offenes Format zu wählen und den Datensatz kieferweise getrennt sowie zusätzlich in Okklusion zu übermitteln. Wichtig ist zudem die Angabe, in welcher Kieferrelation gescannt und ob eine Schiene oder ein Registrat verwendet wurde. Umgekehrt kann sich die Rückfrage lohnen, ob der klinische Datensatz nach der Operation für die prothetische oder die kieferorthopädische Weiterbehandlung zur Verfügung gestellt werden kann. Für die Übermittlung gelten die üblichen Regeln zum Umgang mit Patientendaten; ein einfacher E-Mail-Anhang ist dafür nicht geeignet. Schlussfolgerungen Dreidimensionale Scanner haben die Oralchirurgie und die Mund-, Kieferund Gesichtschirurgie nicht deshalb verändert, weil sie die Abformung ersetzen, sondern weil sie Zähne und Gesicht in einen planbaren Bezug zum knöchernen Schädel setzen. In der Oralchirurgie ermöglicht diese Fusion ausgewählte schablonengeführte Eingriffe sowie eine strahlungsfreie Verlaufskontrolle. In der Dysgnathiechirurgie ist sie in vielen Zentren die Grundlage der 3D-Planung; ihr Vorteil wird besonders bei komplexen räumlichen Bewegungen und patientenspezifischen Transfers sichtbar. Beim alloplastischen Kiefergelenkersatz bleibt das CT die Konstruktionsgrundlage; der IOS wird in dem Moment unverzichtbar, wenn Okklusion und Unterkieferlage Teil der Rekonstruktion werden. Für die Praxis ergibt sich daraus nicht die Pflicht, in jedem Fall den größten technischen Aufwand zu betreiben. Es folgt jedoch eine Verpflichtung: Wo die technischen Voraussetzungen vorhanden sind, verdienen der Datensatz, die Bisslage und die Überlagerung dieselbe Sorgfalt wie der Eingriff selbst. „ zm-Leserservice Die Literaturliste kann auf www.zm-online.de abgerufen oder in der Redaktion angefordert werden. Ihr Plandent Kundenportal Bestellübersicht, Lieferstatus oder Rechnungen – alles zentral an einem Ort. plandent.de/kundenportal Jetzt entdecken!

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