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zm

106, Nr. 24 A, 16.12.2016, (1489)

B

Aufgrund der herstellungsbedingt geringen

mittleren Partikelgröße von etwa 14 µm wird

Erythritol für den supra- und subgingivalen

Einsatz empfohlen [Müller, Moëne, Cancela

& Mombelli, 2014b]. Erythritol ist nicht

kariogen, gut wasserlöslich und beeinflusst

nicht den Glukosespiegel. Derzeit wird es in

Verbindung mit Chlorhexidin (0,3 Prozent)

auf dem deutschen Markt vertrieben.

\

Trehalose:

Für die supra- und subgingivale

Reinigung wurde kürzlich ein weiteres

Süßungsmittel, die Trehalose, vorgestellt.

Dieses gut wasserlösliche Disaccharid ist

nicht kariogen und für Diabetiker geeignet

[Neta, Takada & Hirasawa, 2000; van Can,

van Loon, Brouns & Blaak, 2012]. Das Pulver

hat laut Herstellerangaben eine niedrige

mittlere Partikelgröße von etwa 30 µm und

eine geringere Abrasionstiefe als Glycin. Ihm

wird ebenfalls in geringen Mengen Silizium-

dioxid zugesetzt [Kruse et al., 2016].

\

Andere Pulverarten:

Auf dem Dental-

markt sind außer den bereits genannten

Pulversubstanzen auch Kalzium-Natrium-

Phosphosilikat, Aluminiumtrihydroxid und

Kalziumkarbonat erhältlich. Da diese jedoch

nicht wasserlöslich und zum Teil abrasiver

sind, werden sie nicht für den subgingivalen

Einsatz empfohlen und daher im vorliegen-

den Text nicht weiter ausgeführt [Petersilka,

2011; Graumann et al., 2013]

.

Effektivität

Derzeit gelten zur subgingivalen Biofilm-

entfernung während der anti-infektiösen

Therapie Handinstrumente und (Ultra-)

Schallgeräte als der Goldstandard. Die zeit-

intensivere Handinstrumentierung hinter-

lässt dabei möglicherweise eine glattere

Oberfläche [Drisko et al., 2000; Schmidlin,

Beuchat, Busslinger, Lehmann & Lutz, 2001],

während sich (Ultra-)Schallgeräte durch

besseres Handling und Erreichbarkeit von

Furkationseingängen und Einziehungen aus-

zeichnen. Häufig werden daher beide Ver-

fahren in Kombination verwendet. Die LPW-

Technik zeigt gegenüber der subgingivalen

Biofilmentfernung mit Handinstrumenten

und (Ultra-)Schall vergleichbare klinische

Ergebnisse. So konnten bei der Behandlung

mit Glycinpulver bei Sondierungstiefen von

drei bis fünf Millimetern ähnliche Ergebnisse

wie mit der Handinstrumentierung mit

Gracey-Küretten erzielt werden [Petersilka,

Tunkel, Barakos, et al., 2003]. In der paro-

dontalen Erhaltungstherapie brachte der

Vergleich zwischen Handinstrumentierung

beziehungsweise (Ultra-)Schall und sub-

gingivaler Anwendung von Glycinpulver,

Erythritol und Trehalose ebenfalls gleich-

wertige klinische Ergebnisse [Müller, Moëne;

Petersilka & Faggion CMJ, 2008; Wenn-

ström, Dahlén & Ramberg 2011; Cancela &

Mombelli, 2014a; Kruse et al., 2016].

Im Protokoll der Konsensus-Konferenz der

EuroPerio 2007 wurde der subgingivale Ein-

satz von LPW lediglich für die parodontale

Erhaltungstherapie empfohlen [Sculean et

al., 2013]. Auch die Autoren verschiedener

Anwendungsuntersuchungen unterstützen

die Aussage, dass LPW nicht zur Entfernung

von Zahnstein und Konkrementen geeignet

ist [Petersilka, Steinmann, Häberlein, Hein-

ecke & Flemmig, 2003; Petersilka, Tunkel,

Barakos et al., 2003; Moëne, Décaillet, An-

dersen & Mombelli, 2010]. Die Effektivität

zur Entfernung des Biofilms auf Implantat-

oberflächen scheint ebenfalls gleichwertig

gegenüber konventionellen Methoden zu

sein [Louropoulou, Slot & Van der Weijden,

2014]. Auch aufgrund einer vergleichbaren

Reduktion von Entzündungszeichen (Blutung

und Suppuration) sieht der Einsatz von LPW

in der Periimplantitistherapie sehr vielver-

sprechend aus [Schwarz, Becker & Renvert,

2015].

Patientenakzeptanz

Die zahnärztliche Behandlung mit LPW

wurde von Patienten in vielen Studien als

angenehmer bewertet als konventionelle

Verfahren. In einer aktuellen Übersichts-

Abbildung 2: Mithilfe spezieller Düsenansätze ist es unter

Verwendung niedrigabrasiver Strahlmittel möglich, eine

Biofilmentfernung auch in Taschen tiefer als 5 mm zu

bewerkstelligen.

Abbildung 3: Subgingivales Pulverstrahlen am Zahn: Um ein optimales Ergebnis zu

erzielen, sollte die Düse im Abstand von etwa 5 mm unter ständiger Bewegung etwa

parallel zur Zahnachse gehalten werden.

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