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106, Nr. 24 A, 16.12.2016, (1507)
B
hexidinhaltiger Mundspülungen den Be-
handlungserfolg verbessert.
Evidenzbasierte
Empfehlungen
\
Vor Behandlungsbeginn sollte sich der
Behandler über die Einstellung des Diabetes
mellitus informieren. Die Einstellung sollte
dem Zielkorridor nach der Nationalen
VersorgungsLeitlinie „Therapie des Typ-2-
Diabetes“ entsprechen.
\
Aufgrund von Hinweisen auf eine verzö-
gerte Osseointegration sollte die Indikation
für eine Sofort- und Frühbelastung kritisch
gestellt werden.
\
Da Patienten mit Diabetes mellitus ein
höheres Risiko für Periimplantitis aufweisen,
sollte eine risikoadaptierte Nachsorge nach
Implantatinsertion erfolgen.
\
Bei Anwendung augmentativer Verfahren
sollte ein zweizeitiges Vorgehen unter
Berücksichtigung von Art und Umfang der
chirurgischen Maßnahmen bevorzugt
werden.
\
Die prophylaktische Gabe eines Antibioti-
kums (single shot präoperativ) und Anwen-
dung chlorhexidinhaltiger Mundspülung
sollten erfolgen.
Das Original der Leitlinie ist auf der Website
der AWMF veröffentlicht.
Dr. Hendrik Naujokat
Prof. Dr. Dr. Jörg Wiltfang
Klinik für Mund-, Kiefer- und
Gesichtschirurgie,
Universitätsklinikum Schleswig-Holstein
Campus Kiel
Arnold-Heller-Straße 3
24105 Kiel
naujokat@mkg.uni-kiel.deLiteratur:
Bascones-Martinez A, Gonzalez-Febles J,
Sanz-Esporrin J. Diabetes and periodontal
disease. Review of the literature. American
journal of dentistry. 2014; 27(2):63–7.
Danaei G, Finucane MM, Lu Y, Singh GM,
Cowan MJ, Paciorek CJ, et al. National, regio-
nal, and global trends in fasting plasma
glucose and diabetes prevalence since 1980:
systematic analysis of health examination
surveys and epidemiological studies with 370
country-years and 2.7 million participants.
Lancet. 2011;378(9785):31–40.
Diabetes mellitus ist eine häufige chroni-
sche Krankheit mit steigender Prävalenz.
So ist die Zahl der Erkrankten von 1980 bis
2008 von 180 auf 350 Millionen weltweit
gestiegen [Danaei et al., 2012].
Der Typ I ist durch einen absoluten Insulin-
mangel definiert, während dem Typ II ein
relativer Insulinmangel durch Insulinresis-
tenz zugrunde liegt.
Der Typ II ist vor allem in der westlichen
Welt häufiger, gehört dem metabolischen
Syndrom an und betrifft vorrangig ältere
Patienten. Durch die Störung im Kohlen-
hydratstoffwechsel kommt es zu vielfälti-
gen Folgeerkrankungen, welche durch
eine Mikro- und Makroangiopathie be-
dingt sind.
\
Volkskrankheit Diabetes
Augmentations-
verfahren wie der
Sinuslift mit Einlage-
rungsosteoplastik
lassen sich auch bei
Patienten mit gut ein-
gestelltem Diabetes
mellitus sicher durch-
führen.
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