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zm

106, Nr. 24 A, 16.12.2016, (1521)

B

Menschen (64,3 %), das Erlernen eines

handwerklichen Berufs (62,3 %) und die

Aussicht auf ein gutes Einkommen (61,3 %).

Damit unterscheiden sich diese kaum von

den Motiven der Zahnärzte vor etwa 15 Jah-

ren [Härlen, 2000], wobei neuerdings je-

doch zudem eine stärkere Tendenz zu ei-

nem allgemeinen medizinischen Interesse

als Beweggrund beobachtet werden kann.

Im Studium angekommen, stellt man

schnell fest, dass dieses mit durchschnittlich

über 40 Wochenstunden vergleichsweise

zeitintensiv ist [Ramm, 2014] und damit

auch sehr belastend sein kann. Dementspre-

chend wird das Arbeiten im Studium als hart

(Zustimmung 88,3 %) und hektisch (80,0%)

empfunden, oft fehlt es den Studierenden

an Zeit, die Aufgaben im Studium auszu-

führen (62,9 %). Neben dem Zeitdruck

(91,3 %) hat der Leistungsdruck zugenom-

men (72,2 %). So sagte ein Studierender in

den Gruppendiskussionen: „Schon von der

Planung angefangen, von dem Aufbau der

Kurse, von der Subjektivität, die hier

herrscht, einfach von der ganzen Belastung,

dem ganzen Druck, der hier auf einem lastet

[…]. Es ist keine Pause, man hat kaum Zeit.“

Auch wenn die Bewertung der Leistung im

Studium mehrheitlich als gerecht empfun-

den wird (64,9 %), vermissen viele Studie-

rende Entscheidungsfreiraum (88,7 %) und

eine angemessene Würdigung durch die

Unterrichtenden (61,1 %). Doch nicht alle

Aspekte des Studiums werden als negativ er-

lebt, positiv wird angemerkt, dass neue Din-

ge erlernt werden (98,4 %) und dass das

Studium vielseitig ist (95,2 %).

„Ich möchte gut vorbereitet

werden“

Wird die Arbeit oder das Studium als sehr

belastend empfunden, kann sich das allge-

meine Krankheitsrisiko erhöhen [Siegrist,

1996]. So ist bei den Befragten die Anzahl

derjenigen, die Anzeichen einer Depressivi-

tät zeigen, im Vergleich zur Allgemeinbevöl-

kerung deutlich erhöht (34,4 % zu 9,9 %)

[Busch, 2013]. Insgesamt sind die Studie-

renden trotzdem mehrheitlich der Mei-

nung, dass sich die Mühe während des Stu-

diums später lohnen wird (82,7 %).

Das Studium stellt gerade zum Ende einen

arbeitsintensiven und anstrengenden Le-

bensabschnitt dar. Gewünscht werden ein

respektvollerer und gerechter Umgang und

keine unnötige Erschwerung der Bedingun-

gen vonseiten der Hochschule. Zu überle-

gen wäre, inwieweit gerade bei Hinweisen

auf Depressionen den Studierenden Bera-

tungsangebote leichter zugänglich ge-

macht werden können.

Im Studium sollen Studierende auf den

Praxisalltag vorbereitet werden. Gut vorbe-

reitet fühlen sie sich vor allem in der Zahn-

erhaltungskunde. In der Kinder- und Alters-

zahnheilkunde, das heißt in Fachbereichen,

die seit geraumer Zeit mit zunehmenden

Versorgungsbedarfen konfrontiert sind, wird

die Vorbereitung dagegen als unzureichend

wahrgenommen (Abbildung 2).

Die Qualität der Vorbereitung kann sich auf

die Sicherheit auswirken, mit der Behand-

lungssituationen in der Assistenzzeit begeg-

net wird, wie auch in den Gruppendiskus-

sionen deutlich wurde: „Wir machen genau

das, was wir später machen, unter Aufsicht

und es ist schon sehr, sehr viel wert, wenn

Abbildung 1: Die Datenbasis: Befragt wurden im Jahr 2015 Studierende, Assistenzzahnärzte und

angestellte Zahnärzte. Die Studierenden werden weiter begleitet und im Frühjahr 2017 und im

Frühjahr 2019 erneut befragt.

Quelle: IDZ

Empfundene Vorbereitung durch das Studium auf die Praxis

sehr gut/eher gut

angemessen eher schlecht/sehr schlecht

0

20

40

60

80

100

Zahnerhaltungskunde

Parodontologie

Zahnärztliche Prothetik

Kieferorthopädie

Zahnärztliche Chirurgie

Alterszahnheilkunde

Kinderzahnheilkunde

%

% % %

%

%

Abbildung 2: Die Befragung der Studierenden ergab, dass sie sich nicht in allen Fachbereichen

gleich gut vorbereitet fühlen.

Quelle: IDZ