Table of Contents Table of Contents
Previous Page  56 / 68 Next Page
Information
Show Menu
Previous Page 56 / 68 Next Page
Page Background

zm

106, Nr. 24 A, 16.12.2016, (1522)

B

man einfach Sicherheit bekommt in dem,

was man tut.“ Unsicherheiten können da-

rauf zurückzuführen sein, dass für die Fächer

Kinder- und Alterszahnheilkunde nicht an

allen Universitäten Veranstaltungen ange-

boten werden, die einen direkten Kontakt

zu diesen Patientengruppen bieten.

2. Assistenzzeit

Was sagen die Studierenden? Neben den

praktischen zahnärztlichen Fähigkeiten ist

es für die Berufsausübung hilfreich, über

mögliche Berufswege informiert zu sein –

am besten, bevor man ins Berufsleben ein-

tritt. Doch sogar über die kurz nach dem

Studium anstehende Assistenzzeit fühlt sich

nur ein Drittel der Studierenden gut infor-

miert. Mit den verschiedenen Praxisformen

können maximal 18 Prozent etwas verbinden

und mit den Organen der zahnärztlichen

Selbstverwaltung nur etwa jeder Achte. Um

die Kenntnisse frühzeitig zu verbessern,

könnten beispielsweise die Berufskunde-

vorlesungen durch entsprechende Inhalte

zielgerichtet aufgewertet werden.

Doch welche konkreten Erwartungen haben

junge Zahnärzte an die erste Zeit im Beruf?

Die Studierenden wollen sich vor allem be-

ruflich weiterentwickeln. Dabei ist ein ange-

nehmes Praxisumfeld wichtig, wohingegen

die Balance zwischen Freizeit und Beruf zu-

nächst keine große Rolle spielt (Abbildung

3). Die Studierenden sind zum Ende des

Studiums in der beruflichen Findungsphase.

Sie wollen zunächst im Beruf ankommen,

wollen in der Assistenzzeit noch weiter ge-

leitet werden und verlangen nach Hilfe-

stellung. Dabei sind sie sich bewusst, dass

die Ausbildung nach dem Studium nicht

beendet ist, sie wollen neue Fähigkeiten er-

lernen. Diese weichen Faktoren spielen bei

der Suche nach einem guten Arbeitgeber für

junge Zahnärzte in der Regel eine größere

Rolle als Gehalt oder Arbeitszeiten.

„Ich möchte mich noch

weiterentwickeln“

Was sagen die Assistenzzahnärzte? Die Er-

wartungen der Studierenden an die Assis-

tenzzeit lassen sich gut an den Erfahrungen

spiegeln, die die Gruppe der Assistenzzahn-

ärzte dann in den ersten beiden Jahren nach

dem Studium macht. Nach dem Studium,

das sich als zeitintensiv und für manchen

Studierenden auch als belastend gezeigt

hatte, streben die Assistenzzahnärzte wieder

eine bessere Ausgewogenheit von Beruf-

lichem und Privatem an. Dennoch wird das

Berufliche gegenüber dem Privaten als

„gewichtiger“ empfunden. Immerhin 39,0

Prozent fühlen sich manchmal wegen beruf-

licher Belastungen ausgelaugt, weitere

15,5 Prozent sogar sehr häufig.

Neben grundsätzlichen Zielen im Privaten,

wie der Erhöhung der Lebensqualität (ge-

nannt von 53,1 %) oder auch der Persönlich-

keitsentwicklung (40,5 %) haben Ziele im

Beruflichen ein höheres Gewicht. 57,5 Pro-

zent wollen ihre Promotion intensiv voran-

bringen und die Fortbildung im Beruf steht

für mehr als zwei Drittel der Assistenzzahn-

ärzte an erster Stelle. Vor allem Fortbildun-

gen zu zahnmedizinischen Themen werden

rege wahrgenommen. Denn in fachlicher

Hinsicht fühlt sich jeder vierte Assistenz-

zahnarzt noch nicht ausreichend den An-

forderungen der zahnärztlichen Berufsaus-

übung gewachsen, sodass hier die Notwen-

digkeit der beruflichen Reifung und Fortbil-

dung das Private mitunter verdrängen kann.

3. Anstellung

Nach der Assistenzzeit befinden sich die

jungen Zahnärzte an einer Weggabelung,

von der schmalere Pfade (Auszeit oder

berufliche Tätigkeit außerhalb der Zahn-

medizin), vor allem aber zwei breite Straßen

abzweigen: die Anstellung und die Nieder-

lassung (Abbildung 1).

Erwartungen Studierender an die Assistenzzeit

48 56 64 72

Entwicklung neuer Fähigkeiten

soziales Klima am Arbeitsplatz

Hilfestellung bei Problemen

Vereinbarkeit Freizeit und Beruf

gutes Einkommen

Arbeitsabläufe selbst bestimmen

Förderung Fort- und Weiterbildung

abwechslungsreiche Tätigkeit

flexible Arbeitszeiten

geringer Anteil Bürokratie

63,4%

50,8%

48,6%

38,9%

30,3%

27,1%

24,5%

22,5%

7,5%

5,4%

Abbildung 3: Von der Assistenzzeit nach dem Studium erwarten die Studierenden sich vor allem

die weitere Förderung und Vertiefung ihrer Fähigkeiten.

Quelle: IDZ

Berufszufriedenheit der angestellten Zahnärzte

0

20

40

60

80

100

sehr zufrieden/eher zufrieden teils/teils

eher unzufrieden/sehr unzufrieden

Zufriedenheit mit der

persönlichen finanziellen

Situation

Zufriedenheit mit der

allgemeinen beruflichen

Situation

%

%

%

%

%

%

Abbildung 4: Die Berufszufriedenheit angestellter Zahnärzte mit ihrer allgemeinen Situation ist

höher als die mit ihrer finanziellen Situation.

Quelle: IDZ

56

IDZ-Studie zum Berufsbild